Bilanz für 2017 : 696 Autofahrer im Kreis Pinneberg müssen ihren Führerschein abgeben

Im Kreis Pinneberg gibt es sieben Starenkästen.
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Im Kreis Pinneberg gibt es sieben Starenkästen.

Insgesamt hat es 67.661-mal im vergangenen Jahr geblitzt. Sieben Starenkästen im Kreis Pinneberg in Betrieb.

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13. Februar 2018, 10:00 Uhr

Kreis Pinnneberg | 67.661-mal sind im vergangenen Jahr Menschen dabei erwischt worden, dass sie zu schnell auf den Straßen des Kreises Pinneberg unterwegs waren. Der traurige Rekord  wurde in Ellerbek gemessen: Dort zeigte der Tacho 62 Stundenkilometer mehr an als erlaubt, als der Blitzer auslöste. Der Mensch im Fahrzeug erhielt dafür drei Monate Fahrverbot, zwei Punkte im Verkehrssündenregister in Flensburg und wurde zudem dazu aufgefordert, eine Geldbuße in Höhe von 1400 Euro zu zahlen. Diese ergab sich laut Kreisverwaltung dadurch, dass Vorsatz bestanden hatte und derjenige bereits mehrfach als Temposünder  aufgefallen war.

Tempo, Drängeln und Drogen auf der Straße

Mit dem Fahrverbot steht der Raser von Ellerbek nicht allein da. 2017 mussten insgesamt 696 Fahrzeugfahrer für einige Zeit auf ihren Führerschein verzichten. 408-mal wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen, die übrigen 288 Fälle sind etwa auf ungenügenden Abstand zum Vordermann oder das Fahren unter  Alkoholeinfluss zurückzuführen.

Die Verkehrsüberwachung teilen sich Mitarbeiter des Kreises mit der Polizei. Aus den vom Kreis  im vergangenen Jahr bearbeiteten 12.578 Bußgeld- und Verwarngeldfällen wurden Einnahmen in Höhe von 702.410 Euro erzielt. Der Betrag, den sich das Land Schleswig-Holstein und der Kreis  nach Abzug der Personal- und Sachkosten teilen, steht jedoch erst Mitte des Jahres fest. Dann übermittelt die Polizei ihre Zahlen.

Alle Starenkästen in Betrieb

Sieben festinstallierte Starenkästen gibt es derzeit im Kreis Pinneberg und sie alle sind jetzt wieder in Betrieb. Dies war nicht immer so, denn sowohl in Heede als auch in Bokholt-Hanredder sanierte der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein die Fahrbahnen, sodass die dortigen Blitzer einige Zeit ausgeschaltet waren. Doch mit dem Ende der Sanierungsarbeiten erfolgte auch das Einsetzen neuer Sensoren in die Fahrbahndecke – Fahrer, die dort zu schnell fahren, können wieder geblitzt werden. Dies geht aus einer Ausschussvorlage für die Kreistagspolitiker hervor, die der Fachdienst Straßenbau- und Verkehrssicherheit der Pinneberger Kreisverwaltung erstellt hat.

2017 wurden durch die festinstallierten Blitzer insgesamt 3212 Fahrer dabei erwischt, dass sie zu schnell unterwegs waren. 88-mal war die ermittelte Geschwindigkeit sogar so hoch, dass es im Anschluss zu einem Fahrverbot kam. Die meisten derartigen Verstöße erfasste dabei der Starenkasten an der Bundesstraße 4 in Bilsen. 46-mal wurde ein Raser dazu aufgefordert, seinen Führerschein abzugeben, nachdem er den Blitzer in Bilsen passiert hatte. In Bokholt-Hanredder und Heidgraben wurden keine derartig hohen Geschwindigkeisüberschreitungen gemessen.

Blitzer in Schenefeld

Die stationäre Anlage, die 2017  insgesamt die meisten Geschwindigkeitsverstöße gemessen hatte, ist der Blitzer in Schenefeld – bei ihm handelt es sich allerdings nicht um einen Starenkasten. Er löste 615-mal aus, der schnellste Fahrer überschritt die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern um 61, war also mit einem Tempo von 111 Kilometern pro Stunde unterwegs.

Im Kreis Pinneberg werden Temposünder jedoch nicht nur von stationären Anlagen erwischt, sondern auch mit mobilen Geschwindigkeitsmessungen, die als Gemeinschaftsprojekt von Mitarbeitern der Kreisverwaltung und Polizisten  erfolgt.

Für dieses Gemeinschaftsprojekt gab es vor wenigen Tagen neues Material: Da eine im Jahr 2008 angeschaffte Messanlage inzwischen an Qualität eingebüßt hatte, entschied der Kreistag im Dezember 2016 , sowohl eine neue Anlage als auch ein neues Fahrzeug anzuschaffen.  Seit dem 7. Dezember 2017 ist die neue Anlage im Einsatz. Das neue Fahrzeug, ein Volkswagen T6, wurde am 29. Januar dieses Jahres geliefert – seit dem 30. Januar sind jetzt sowohl Messanlage als auch Fahrzeug im Einsatz. Bisher wird aber mit den neuen Geräten nur die zufließende Fahrbahnrichtung gemessen. Erst wenn die Einarbeitung mit der neuen Messtechnik abgeschlossen ist, messen die Mitarbeiter die Gegenseite.

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