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Kreis Pinneberg : 51. Salvatorabend in der Marseille-Kaserne Appen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Deftiges Mahl und humorige Reden - 300 Gäste feiern in bester Laune bei Schweinshaxen, Leberkäse und süffigem Bier.

shz.de von
erstellt am 23.Mär.2015 | 12:30 Uhr

Appen | Zum Abschluss ließ es Oberst Klaus Christian Kuhle noch einmal so richtig krachen: Mit Glockengeläut und einem Mini-Feuerwerk verabschiedete sich der Kommandeur der Unteroffizierschule der Luftwaffe als „Bruder Barnabas“ von der Bühne. Es war der letzte Auftritt Kuhles als Gastgeber einer traditionellen Veranstaltung – des Salvatorabends in der Appener Marseille-Kaserne, denn der 61-Jährige wird in diesem Jahr in den Ruhestand gehen.

„Barnabas“ ist eine Erfindung Kuhles extra für die Veranstaltung, und mit dieser Figur hat er seit seiner Übernahme der Unteroffizierschule als Chef 2010 die Gäste des Salvatorabends begeistert. Am vergangenen Wochenende war es nicht anders: 300 Besucher aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Vereinen und Verbänden, amüsierten sich köstlich über die Ausführungen des in einer braunen Mönchskutte gewandeten Offiziers, der sich außergewöhnlich gut informiert über die politischen Geschehnisse der vergangenen Monate zeigte. Da wurde die Pinneberger Bürgermeisterin Urte Steinberg, die Rechenfehler in der Haushaltsführung der Kreisstadt eingestehen musste, ebenso aufs Korn genommen wie die Uetersener Politiker, die für das öffentliche Bundeswehrgelöbnis in ihrer Stadt vor wenigen Wochen kaum Gelder bereit stellen wollten. „Uetersen wird ja eigentlich von der Nachbargemeinde Moorrege finanziert, wie deren Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg in seiner Neujahrsansprache sagte. Nun haben wir die Getränke für die Feier also von Moorrege bezahlt bekommen“, stellte Kuhle fest. Die Freiwillige Feuerwehr Halstenbek könne übrigens sehr gut mit Geld umgehen: „In der Jahreshauptversammlung wurde im Kassenbericht nicht eine Zahl genannt, auch nicht von den Kassenprüfern, und am Ende wurde die Entlastung von allen beschlossen. Das ist cool.“

Launig und äußerst unterhaltsam war ebenso die Rede des Ehrengasts, Militärdekan Rainer Schuldt aus Kiel, der mit seinen Worten bereits beim Salvatorabend 2009 die Gäste begeisterte und als erster Festredner beim Salvatorabend in Appen das zweite Mal auftreten durfte. Zuerst erklärte er den Zuhörern das „Griechische Grillen“ („ohne Kohle“), schwenkte dann zum ehemaligen Trainer des Hamburger Sportvereins, Bruno Labbadia, über („man darf das nicht so hoch sterilisieren“) und erklärte anschließend den religiösen Humor. Lachen sei viel weniger energieaufwändig, als griesgrämig und unfreundlich dreinzuschauen. In der Bibel sei sehr oft von Freude die Rede, referierte Schuldt. Lachen könne jedoch etwas Herabsetzendes sein, wenn es zynisch ist. „In herzhaftem Lachen wird dagegen deutlich, dass wir nicht alles so bierernst nehmen müssen. Lachen befreit.“ Humor habe eben auch etwas Erlösendes.

Die Organisation des Salvatorabends hatte wie im Vorjahr Hauptmann Philip Krämer übernommen. Etwa 100 Lehrgangsteilnehmer der Unteroffizierschule kümmerten sich um die Bewirtung der Gäste, sorgten für die Parkplatzeinweisung und waren auch hinter den Kulissen aktiv. „Wir haben überhaupt keine Probleme, junge Soldatinnen und Soldaten für den Salvatorabend zu gewinnen. Etliche waren auch im vorigen Jahr dabei und haben sich für den Dienst wieder freiwillig zur Verfügung gestellt“, freute sich Krämer. Das deftige Mahl – Schweinshaxen, Leberkäse, Sauerkraut und Salat – wurde in der Truppenküche zubereitet. Vor dem traditionellen Fassanstich mit Festredner Schadt – es waren dafür wieder nur zwei Schläge notwendig – hatte Oberst Kuhle Rolf Heidenberger, Initiator von „Appen musiziert“, mit dem „Phoenix“, eine Ehrengabe für besondere Verdienste, ausgezeichnet.

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