Kreis Pinneberg : 50 Prozent mehr Einsätze für die Feuerwehren

Wurden mit der Bronzenen Florian-Medaille ausgezeichnet: Nils Blöcker (von links), Frank Grothkass, Heiko Jeppsson, Bernd Kirschke, Michael Kröplin und Britta Stender.
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Wurden mit der Bronzenen Florian-Medaille ausgezeichnet: Nils Blöcker (von links), Frank Grothkass, Heiko Jeppsson, Bernd Kirschke, Michael Kröplin und Britta Stender.

Im Vergleich zu 2012 ist die Zahl der Feuerwehreinsätze im Kreis Pinneberg 2013 um knapp 50 Prozent auf 4079 gestiegen. „2013 war das Jahr der Unwetter: Hochwasser der Elbe und die Orkane ‚Christian‘ und ‚Xaver‘“, sagte Kreiswehrführer Bernd Affeldt während der Hauptversammlung des Pinneberger Kreisfeuerwehrverbands am Wochenende im Gartenbauzentrum Ellerhoop. Thema war auch der Erweiterungsbau der Kreisfeuerwehrzentrale in Tornesch-Ahrenlohe.

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17. März 2014, 14:30 Uhr

Ellerhoop | Die Zahl der Einsätze für die Feuerwehren im Kreisgebiet ist im vorigen Jahr im Vergleich zu 2012 um knapp 50 Prozent gestiegen – von 2745 auf 4079. „Das Jahr 2013 war das Jahr der Unwetter: Hochwasser der Elbe und die Orkane Christian und Xaver“, begründete Kreiswehrführer Bernd Affeldt während der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbands am Wochenende im Gartenbauzentrum Ellerhoop die ungewöhnliche Steigerung.

Begonnen hatte es mit dem Elbhochwasser Ende Mai und Anfang Juni. Der Kreis Pinneberg war mit zwei Zügen der Feuerwehrbereitschaft zur nachbarschaftlichen Hilfe nach Sachsen-Anhalt in den Kreis Stendal ausgerückt und dort im Dorf Kamern eingesetzt worden. Es war das erste Mal, dass die Bereitschaft nach ihrer Neustrukturierung im Einsatz war. Affeldt: „Nach anfänglichen Problemen klappte es gut, und wir konnten aus den gewonnenen Erfahrungen eine Menge lernen.“ Der Kreiswehrführer rügte jedoch, dass Wehren aus dem Kreisgebiet auf eigene Faust in den Osten Deutschlands gefahren sind, um ihren Partnergemeinden zu helfen: „Das darf nicht passieren, denn damit bricht das ganze System der Feuerwehrbereitschaft zusammen.“ Nahezu im Sekundentakt mussten die Einsatzkräfte ausrücken, als die Orkane „Christian“ im Oktober und „Xaver“ im Dezember über Norddeutschland tobten. Allein wegen „Christian“ fuhren die Feuerwehren in fünfeinhalb Stunden 500 Mal zu Notfällen. „So eine große Zahl von Notrufen kann keine Leitstelle abarbeiten, auch nicht durch zusätzliche Technik und Personal“, stellte Affeldt fest. Problematisch sei gewesen, dass der Notruf 112 eine Warteschleife hatte. Bei einem Feuer oder einem medizinischen Notfall hätte keine sofortige Hilfe geleistet werden können. Künftig soll unter anderem die Öffentlichkeit über soziale Netzwerke wie Facebook und andere Medien gebeten werden, nur in wirklich dringenden Fällen die Notrufnummer zu wählen.

Thema des Jahresberichts war auch der Erweiterungsbau der Kreisfeuerwehrzentrale in Tornesch-Ahrenlohe, dessen erster Bauabschnitt im Herbst fertig sein soll. Dies versprach auch Landrat Oliver Stolz, der außer Mitarbeitern der Kreisverwaltung sowie Abordnungen von Nachbarwehren und des Landesfeuerwehrverbands Gast der Hauptversammlung war. „Die Feuerwehren sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Rettungswesens im Kreis“, so Stolz. Auch die Politik habe sich in den vergangenen Jahren deutlich dazu bekannt. Zeichen dafür sei die Bereitstellung von Finanzmitteln für die Kreisfeuerwehrzentrale.

Für Affeldt war es die letzte Jahresversammlung als Kreisfeuerwehrchef, denn der 63-Jährige wird nach Ablauf seiner Amtszeit Ende 2014 nicht wieder zur Wahl antreten. Dann war er insgesamt zwölf Jahre als Kreisbrandmeister aktiv. Sein Nachfolger soll im Herbst gewählt werden.
 

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