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Kita-Neubau in Halstenbek : 50 Kinder sollen zurückkommen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ausreichend Plätze: Nach Neubau von Kitas bezahlt Gemeinde Halstenbek keine auswärtige Unterbringung mehr. Einzelne Eltern wütend.

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erstellt am 08.Apr.2016 | 16:12 Uhr

Halstenbek | Susanne Dietrich lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Auch nicht von wütenden, protestierenden Eltern. Und die hat die Leiterin des Fachbereichs Bürgerservice im Rathaus Halstenbek zurzeit vermehrt am Telefon oder im direkten Dialog in ihrem Büro. Der Grund: 50 Elementar-Kinder, die momentan noch in auswärtigen Kindertagesstätten, vor allem in Rellingen, Schenefeld und Hamburg – betreut werden, sollen künftig zurückgeholt werden. Sie werden in den neuen, kommunalen Kita-Einrichtungen untergebracht. Die Zeiten, dass die Gemeinde keine ausreichenden Betreuungsangebote vorhalten konnte, sind nach Meinung der Juristin Dietrich vorbei. Ausgenommen davon seien die Krippenkinder.

Zur Erinnerung: Vor wenigen Tagen wurden 18 Module angeliefert, die unter Aufsicht von Montageleiter Andreas Gratzfeld am Eidelstedter Weg zu einer neuen Kindertagesstätte zusammengesetzt werden. Rechtzeitig ab 15. August – nach letzten Feinarbeiten – finden dort etwa 100 Kinder in drei Elementar-, zwei Krippen- und einer Familiengruppe (zehn Elementar-, fünf Krippenplätze) Platz. Hinzu kommt eine zweite Einrichtung für 100 Kinder in vier Elementar- und zwei Krippengruppen, die im Mai 2017 am Bickbargen durchstartet. Die Erdarbeiten für den konventionell errichteten Bau sollen im Juli beginnen. „Wir erreichen dann im Elementarbereich eine einhundertprozentige Bedarfsdeckung“, verspricht Dietrich.

Damit sieht die Expertin den Schritt der sogenannten Rückholung absolut gerechtfertigt. „Wir werden künftig die Kosten für eine auswärtige Betreuung nicht mehr tragen“, betont Dietrich selbstbewusst. Auch der Androhung von Eltern, gegen diesen Schritt zu klagen, sieht die Ressortchefin gelassen entgegen.

Auswärtiger Platz kostet jährlich 3800 Euro

Es geht – wie meist – um viel Geld. Etwa 414.200 Euro will die Gemeinde künftig einsparen. Aktuell übernimmt die Kommune für 150 Kinder die Kosten einer auswärtigen Betreuung – 109 im Elementar- und 41 im Krippenbereich. „Für jeden Elementarplatz außerhalb Halstenbeks zahlen wir jährlich mindestens 3800 Euro“, rechnet Dietrich vor.

Die Verwaltungsmitarbeiterin lässt sich nicht erweichen: Eltern, die sich weigern, würden den Anspruch auf den Kita-Platz in Halstenbek und auf die Kostenübernahme der Gemeinde verlieren. Eltern müssten künftig zusätzlich zu den Kita-Gebühren zahlen, wenn sie ihr Kind auswärts weiter betreuen lassen wollen. Denn die Kostenübernahmebescheide würden nur für ein Kita-Jahr gelten, so Dietrich. Es gibt eine Ausnahme: 27 Kinder, die vom August an ihr letztes Kita-Jahr beginnen werden, sollen verschont bleiben. Hinzu kommen Steppkes in Integrationsmaßnahmen oder diejenigen in Waldorf- und Montessori-Einrichtungen.

Für die Kinderbetreuung in den neuen Einrichtungen sucht die Gemeinde Halstenbek noch Erzieher.
Für die Kinderbetreuung in den neuen Einrichtungen sucht die Gemeinde Halstenbek noch Erzieher. Foto: Vogel
 

Dietrich weiß die Stimmung aus der direkten Konfrontation mit Eltern gut einzuschätzen. Ein Großteil würde den Kraftakt der Neubauten begrüßen, so dass künftig genügend Plätze vorgehalten werden könnten. Doch die „Beschimpfungen aufs Übelste“ gegen sie seien auch ein Signal: Sie wisse, dass Eltern nun auf politische Vertreter zugehen würden und Ausnahmeregeln auf diesem Wege erzwingen wollen. Für Juristin Dietrich, die keine Konfrontation scheut, sorgt das nicht für schlaflose Nächte: „Vor politisch erzwungenen Einzelfallentscheidungen habe ich keine Angst.“

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