zur Navigation springen

„Langeweile kommt nicht auf“ : 447 Einsätze in 2015 - Feuerwehr in Pinneberg zieht Bilanz

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Helfer verzeichnen insgesamt 447 Einsätze. In Erinnerung bleiben Das Großfeuer in der Tiefgarage und Kellerbrände.

von
erstellt am 08.Jan.2016 | 00:36 Uhr

Pinneberg | Sie sind 24 Stunden an 365 Tagen im Einsatz: die 100 aktiven Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg. Und sie werden gebraucht. Das spiegelt die Bilanz 2015 wider. 447-mal rückte die Wehr im vergangenen Jahr aus. Das sind 39 Einsätze mehr als 2014. Alexander Supthut, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Pinneberg, hat die Zahlen für shz.de zusammengestellt.

„Wir liegen damit auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Aufgrund der Vielzahl der Alarmierungen bekommen wir das gerade hin“, kommentiert Wehrführer Claus Köster die Statistik in der Wache an der Pinneberger Straße. Das sieht Kai Halle, stellvertretender Wehrführer, genauso: „Die Einsatzzahlen dürfen nicht viel weiter nach oben gehen. Das wäre mit der Ehrenamtlichkeit allein nicht mehr zu decken.“

Zwei Drittel der Einsätze erfolgten vom Hauptstandort an der Friedrich-Ebert-Straße, ein Drittel von Waldenau. 40 Prozent der Einsätze geschehen nachts. „150 nächtliche Einsätze bedeuten 150-  mal nicht durchschlafen“, sagt Köster. 36 Personen wurden bei Unfällen und Feuern gerettet, 22 an den Rettungsdienst übergeben. Es gab 14 Tote. „Es sind aber keine Verstorbenen aus direktem Einsatzgeschehen“, erklärt Supthut. Auch Selbstmörder fallen hierunter. „Das Einsatzspektrum reicht von A bis Z. Es gibt nichts, was es nicht gibt“, berichtet Köster. In Erinnerung bleibt das Großfeuer am 30. März in einer Tiefgarage an der Elmshorner Straße. Mehr als 80 ehrenamtliche Kräfte der Wehren Pinneberg und Prisdorf waren im Einsatz. In dem großen und weitläufigen Komplex unter einem Areal mit zwei neungeschossigen Hochhäusern und Zwischengebäuden waren sechs Pkw ausgebrannt sowie zahlreiche weitere Fahrzeuge zum Teil erheblich beschädigt worden.

Was Köster hierbei auffiel: „100 Menschen waren auf der Straße. Aber niemand von ihnen hatte die Feuerwehr alarmiert. Jeder glaubte, der andere habe schon angerufen“, berichtet er.

Ebenso nennenswert: Am 26. April brannten mehrere Verschläge im Dachboden eines Hochhauses am Hindenburgdamm. Im Laufe des Einsatzes, der durch enorme Hitze stark erschwert wurde, kamen sieben Trupps unter Atemschutz zum Einsatz. Die Wasserversorgung wurde über eine vorhandene Steigleitung im Gebäude sichergestellt. Um 3.58 Uhr schließlich war das Feuer unter Kontrolle, eine weitere Ausbreitung war nicht mehr zu befürchten. Die Nachlöscharbeiten sowie die Belüftungsmaßnahmen zogen sich dann noch weitere zwei Stunden hin.

Am Fahlt: Auch bei Sturmschäden rückt die Pinneberger Feuerwehr aus. (Foto: PT)
Am Fahlt: Auch bei Sturmschäden rückt die Pinneberger Feuerwehr aus. (Foto: PT)
 

Auffällig auch eine Serie von Kellerbränden im März: Gleich zweimal brannte es in der Reichenberger Straße: Am 27. Februar gab es ein Feuer im Keller eines Mehrfamilienhauses. Mehrere Personen wurden an den Rettungsdienst übergeben. Am 4. März brannte es erneut in einem Mehrfamilienhaus in der Reichenberger Straße. In diesem Fall wurde das Feuer schnell gelöscht. Und am 5. März brannte im Bereich einer Feuerwehrzufahrt in der Köpenicker Straße an einer Häuserwand gelagerter Unrat.

Auch sechs schwere Verkehrsunfälle verzeichnet die Statistik sowohl auf der A 23 als auch in Pinneberg selbst: So wurden am 1. November am frühen Morgen drei Personen schwer verletzt. „Der Unfall ereignete sich nur gut 50 Meter von der Hauptfeuerwache entfernt“, erinnern sich Supthut, Halle und Köster. So kam es auch, dass der erste Notruf durch einen Feuerwehrkameraden abgesetzt wurde. Dieser hörte einen lauten Knall und laute Hilfeschreie in der Folge. Vom Balkon aus war zu sehen, dass ein Pkw frontal an einem Gebäude der Deutschen Post stand. Die Leitstelle West alarmierte daraufhin einen Hilfeleistungszug der Hauptfeuerwache Pinneberg sowie zwei Rettungswagen, einen Notarzteinsatzfahrzeug und die Polizei. Und immer wieder die zahlreichen Einsätze unter dem Titel: „Essen auf Herd“, die in der Bevölkerung oft für Verwunderung sorgen. Doch Köster stellt klar: „Es ist eine Gefahrenlage, die nicht zu unterschätzen ist“, denn diese Vorfälle könnten dazu führen, dass sich ein Feuer ausbreitet oder schlafende Personen im Qualm ersticken.

Der wohl kurioseste Fall ereignete sich am 13. August. An dem Tag wurde die Feuerwehr zum Grenzdamm gerufen. Zwei Frauen hatten auf einer Wiese Tee über offenem Feuer gekocht. „Nachbarn hatten Rauch gesehen, die Feuerwehr alarmiert und den Fall als dramatisch geschildert. Langeweile kommt bei uns nicht auf“, sagt Köster.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen