Soli-Demo in Pinneberg : 400 Protestler ziehen durch die Stadt

Die Demonstranten versammelten sich auf dem Bahnhofsvorplatz bevor sie durch die Innenstadt zogen.
Die Demonstranten versammelten sich auf dem Bahnhofsvorplatz bevor sie durch die Innenstadt zogen.

Bei der Demonstration gegen den Anschlag auf die jüdische Synagoge in Pinneberg ging es friedlich zu.

shz.de von
15. November 2013, 20:54 Uhr

Bei der Demonstration gegen den Anschlag auf die jüdische Synagoge in Pinneberg zog der SPD-Kreistagsabgeordnete Dietrich Anders unfreiwillig den Unmut einiger Demonstranten auf sich. Als einige „ganz Hamburg hasst die SPD“ skandierten, wurde Anders von einzelnen Teilnehmern aufgefordert, seine SPD-Fahne herunterzunehmen. Doch Anders hielt das sozial-demokratische Symbol fest in den Händen und marschierte im Demonstrationszug an der Seite einiger Mitglieder der jüdischen Gemeinde die Pinneberger Bahnhofsstraße hinab.

Etwa 400 Teilnehmer, so schätzte die Polizei, haben sich an der Demo am Freitagabend beteiligt. „120 Personen konnten der Antifa zugerechnet werden“, sagte Polizeisprecherin Sandra Rüder, die selbst vor Ort war.  Die Protestler zeigten Solidarität mit der jüdischen Gemeinde, auf deren Synagoge in der Nacht zum 10. November ein Anschlag verübt wurde.  Der Zug der Demonstranten zog mit einigen Zwischenhalten vom Bahnhof über die Friedrich-Ebert-Straße, weiter ging es über Schauenburgerstraße und Rübekamp zum Drostei-Vorplatz. Anschließend versammelten  sich die Demonstranten  vor der Synagoge im Clara-Bartram-Weg. Anmelder der Demonstration war Alexej Steinberg. „Es geht darum, auf  den Anschlag an so einem geschichtsträchtigen Datum zu reagieren“, sagte der Hamburger im Gespräch mit dieser Zeitung.

Mit unter den Demonstranten war auch der Pinneberger Landtagsabgeordnete Kai Vogel (SPD): „Das Land steht solidarisch zu der jüdischen Gemeinde“, begründete er seine Teilnahme. Der Erste Vorsitzende des Landesverbands der jüdischen Gemeinden, Walter Blender, hat ähnliche Fälle außerhalb der  der Kreisstadt bisher noch nicht erlebt: „So etwas Massives gegen ein Gemeindezentrum haben wir bisher nur hier in Pinneberg gehabt. Das ist unser gemeinsames Problem, daher sind wir mit Mitgliedern aus dem ganzen Land hier.“

„Die Demonstration verlief ohne größere Zwischenfälle“, sagte Polizeisprecherin Rüder. Einige Male wurden Böller gezündet.   Zudem wurden Träger israelischer Fahnen angefeindet. Mittels Lautsprecherdurchsagen versuchten die Organisatoren dagegen vorzugehen. Gegen 20.10 Uhr wurde  das Ende der Veranstaltung vermeldet.

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