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Geburtstag mit Wermut : 40 Jahre VHS Bönningstedt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Leiterin verlässt die Volkshochschule im Sommer.

von
erstellt am 07.Mär.2015 | 16:00 Uhr

Bönningstedt | Günther Hildebrand (FDP), Amtsvorsteher des Amts Pinnau und Bürgermeister von Ellerbek, hatte keine guten Nachrichten zur Feierstunde anlässlich des 40. Geburtstags der Bönningstedter Volkshochschule (VHS) mitgebracht. „Die VHS-Leiterin Corinna Schumann hat gekündigt, sie verlässt uns im Sommer“, verkündete Hildebrand vor etwa 50 Besuchern.

Zwar habe sich Schumann bereit erklärt, auch danach interimsmäßig zu helfen, doch eine Dauerlösung sei das nicht. „Es wird jetzt Aufgabe der Politiker sein, Lösungen zu finden“, sagte Hildebrand. Nach ersten Berechnungen liege der Satz für diese Stelle nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bei etwa 25.000 bis 30.000 Euro.

Schumann selbst war krankheitsbedingt nicht anwesend, sie wurde von ihren Töchtern Caroline und Catharina vertreten. „Wir schreiben das Jahr 1975: Der Elbtunnel wurde eröffnet, die Volljährigkeit auf 18 Jahre herabgesetzt – und in Bönningstedt startet eine Zeitung eine Umfrage, die große Resonanz verzeichnete“, las Caroline Schumann die Rede der Mutter vor.

Sprachkurse und Studienreisen

In der Umfrage wurden die Leser nach der Notwendigkeit einer Volkshochschule vor Ort befragt. Die sei vorhanden gewesen – besonders häufig seien damals Autogenes Training, Maschinenschreiben und Schneiderkurse nachgefragt worden. Bald darauf sei der Bönningstedter Heinz Oertel zum Leiter der neuen VHS gewählt wurden. „Im ersten Jahr fanden 24 Kurse statt, das Programm passte auf ein Din-A-4 Faltblatt“, berichtete Schumann weiter. Heute ist daraus ein farbiges Heft geworden, in dem fast 400 Kurse angeboten werden und mit einer Auflage von 28.000 Stück verteilt wird.

Hildebrand verlas dagegen ein Schreiben, das der erste Leiter, Heinz Oertel (97) verfasst hatt. Auch er konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen. „In letzter Zeit konnte man den Eindruck gewinnen, dass mancher Verantwortliche die VHS am liebsten abgeschafft hätte“, schreibt Oertel.

Sein Rückblick auf zahlreiche Studienreisen, insbesondere in die damalige DDR und nach Russland, auf Autorenlesungen und Theaterbesuche endete mit der Übergabe an Ingo Battau, der zehn Jahre lang die VHS leitete. „Das war ein besonderer Glücksfall, denn er war zum Computerspezialisten ausgebildet worden“, so Oertel. Vielen Erwachsenen habe er mit dem neu eingerichteten Computerraum an der damaligen Realschule den Einstieg in die Computertechnologie ermöglicht.

Nach den Grußworten des Pinneberger VHS-Leiters Wolfgang J. Domeyer ergriff Detlev Brüggemann, Verwaltungsleiter des Amts Pinnau, das Wort. „Erwachsenenbildung gibt es nicht zum Nulltarif“, sagte er und wünschte der VHS noch viele weitere Jahre – auch, wenn es nicht immer einfach sei.

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