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Amnesty International in Pinneberg : 40 Jahre unermüdlicher Einsatz

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eine Ausstellung in der Rathauspassage dokumentiert das Engagement der Organisation für Menschenrechte in Malawi.

Es ist ein Rundgang durch eine lange Geschichte. Eine Ausstellung in der Sparkassenhauptstelle in der Rathauspassage dokumentiert momentan den jahrzehntelangen Kampf der Pinneberger Gruppe von Amnesty International gegen Menschenrechtsverletzungen in Malawi. „Viele Menschen wissen ja nicht einmal wo dieses Land liegt“, sagt Jürgen Ohlert, der sich seit über 40 Jahren im Auftrag von Amnesty International mit dem afrikanischen Binnenstaat befasst.

Noch größeres Unwissen herrschte lange Zeit über die Menschenrechtslage in Malawi, als es noch von Diktator Hastings Kamuzu Banda beherrscht wurde. „Er galt im Kalten Krieg als Freund des Westens“, erklärt Ohlert. Darum habe die Regierung in Bonn Bandas Herrschaft lange beschönigt. Ohlert betont: „In Wirklichkeit war es ein perfekt organisierter Polizeistaat.“ Seitdem sich die Pinneberger Amnesty-Gruppe 1972 gründete, bemühten sich die Mitglieder, so viele Informationen wie möglich über Malawi zu verbreiten. Außerdem organisierten sie öffentliche Proteste und kämpften für die Freiheit einzelner politischer Gefangener. Die Ausstellung führt nun anhand von Fotos, Plakaten und Begleittexten durch die Geschichte des Amnesty-Engagements. Ein Kampf, den die Aktivisten durchaus mit Erfolg geführt haben. Spätestens 1994, als Banda unter dem steigenden Druck aus Europa freie Wahlen ermöglichte, kamen viele Gefangene frei.

So hatte beispielsweise der Oppositionspolitiker George Mtafu 2004 die Gelegenheit Ohlert persönlich zu danken – er begleitete den neuen Präsidenten Bakili Muluzu auf eine Deutschlandreise und stellte seinem Staatsoberhaupt den Pinneberger mit den Worten vor: „Das ist Herr Ohlert, er hat mich aus dem Gefängnis geholt.“ Die bisherige Regierungszeit der aktuellen Präsidentin Joyce Banda lässt Ohlert vorsichtig optimistisch in die Zukunft von Malawi blicken.

Die Ausstellung ist noch bis Dienstag, 21. Januar, in der Rathauspassage zu sehen. Am Dienstag, von 19.30 bis 21 Uhr, organisiert Amnesty gemeinsam mit der VHS Pinneberg einen Vortrag des Politologen und Malawi-Expertern Heiko Meinhardt im Raum 347 der VHS, Am Rathaus 3. Meinhardt, der mittlerweile als Honorarkonsul für Malawi in Hamburg tätig ist, spricht über Bandas Diktatur und den anschließenden langwierigen Demokratisierungsprozess. Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

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erstellt am 14.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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