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Quickborner Werkstatt : 40 Fahrräder an Flüchtlinge verteilt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gespendete Drahtesel werden aufgearbeitet und danach verschenkt. Weitere Zweiräder für Kinder werden noch benötigt.

von
erstellt am 21.Aug.2014 | 14:00 Uhr

Quickborn | Ein Aufruf des diakonischen Werks in Quickborn, überflüssige oder auch defekte Zweiräder in die Einrichtung an der Kieler Straße zu bringen, zeigte Wirkung: „Wir haben Fahrräder aus Quickborn, Norderstedt und Hamburg geschenkt bekommen“, sagt Christian Rohde, Leiter der Werkstatt, erfreut. 40 Stück waren es innerhalb kurzer Zeit.

Dann machten sich die Mitarbeiter ans Werk: Platte Reifen flicken, Licht instand setzen, Bremsen erneuern – und die Fahrgestellnummer registrieren. „Jedes Rad, das von uns ausgegeben wird, ist registriert und kann, falls es gestohlen wird, zurückverfolgt werden“, erklärt Rohde.

Auf einer Liste erfasste der Sozialwissenschaftler in den vergangenen Wochen, welche bedürftigen Familien wie viele Räder benötigen. „Viele Flüchtlinge haben ein Mobilitätsproblem“, berichtet Rohde.

Etwa wenn die Familien in Quickborn-Heide untergebracht seien und zu Terminen ins Rathaus müssten. „Oft ist kein Geld für den Bus da – abgesehen davon, dass er nicht sehr häufig fährt“, so Rohde weiter.

Auch Schulkindern, die weite Wege hätten, kämen die Fahrräder zugute. „Es gibt aber auch Sozialleistungsempfänger, die wir berücksichtigen“, erzählt Rohde.

Noch übersteigt die Nachfrage das Angebot: Seit Anfang des Jahres kamen 90 Menschen, die aus ihrem Heimatland fliehen mussten, nach Quickborn. „Sie kommen aus Syrien, Afghanistan, Russland oder Tschetschenien. Viele haben Krieg und Verfolgung erlebt und sind traumatisiert“, weiß Rohde. Mit den Fahrrädern wolle er den Flüchtlingen ermöglichen, einfacher zum Einkaufen, zur Schule oder auch zum Rathaus zu kommen. „Durch diese Aktion haben einige Familien ein Stück Mobilität dazugewonnen“, ist sich Rohde sicher.

Der angenehme Nebeneffekt für die Werkstatt: „Langzeitarbeitslose, die in der Werkstatt als Ein-Euro-Kräfte tätig sind, haben hier eine neue Aufgabe gefunden“, sagt Rohde. Das gebe ihnen das positive Gefühl, gebraucht zu werden. Die Freude, etwas bewirkt zu haben, stand bei der Übergabe der ersten Zweiräder dann auch einigen Mitarbeitern ins Gesicht geschrieben.

Wer die Werkstatt unterstützen möchte, kann weitere Fahrräder oder auch Ersatzteile spenden. Aus dem Quickborner Umland können die ausrangierten Drahtesel auch abgeholt werden. Informationen dazu gibt’s unter der Telefonnummer 04106-7978212.

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