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Entschädigungszahlungen : 300 Millionen Euro für Wegwerf-Strom

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Erneuerbare Energien - die Entschädigungszahlungen steigen weiter.

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2016 | 12:15 Uhr

Kiel | Die Kosten steigen weiter – nur nicht mehr so schnell: In diesem Jahr dürften sich die Entschädigungszahlungen für nicht abgenommenen Strom aus Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein auf etwa 300 Millionen Euro belaufen. So heißt es derzeit in Branchenkreisen unter Verweis auf Hochrechnungen für 2016. Bezahlen muss diesen Wegwerfstrom der Verbraucher.

Fällig werden die Entschädigungen immer dann, wenn Ökostrom-Anlagen abgeregelt werden müssen, weil Netze für den Abtransport des Stroms fehlen oder überlastet sind. Die Betreiber der Ökostrom-Anlagen werden für den nicht abgenommenen Strom entschädigt. 2014 summierten sich diese Zahlungen beim Wegwerfstrom aus Schleswig-Holstein auf 109 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr waren es bereits 295 Millionen Euro. Dass das Plus im Norden 2016 voraussichtlich nicht stärker ausfällt, wird von Branchenkennern mit den Windverhältnissen im Land erklärt.

„Strom aus Erneuerbaren Energien abzuschalten, statt ihn zu nutzen, ist absurd“, hat Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) in der Vergangenheit wiederholt betont. Derzeit versucht daher unter anderem die von Hamburg und Schleswig-Holstein unterstützte Innovationsallianz New 4.0 Lösungen für das Nutzen überschüssigen Ökostroms zu entwickeln – auch jenseits eines schnelleren Netzausbaus in Richtung Süden. Seitens der Landespolitik wurde in der Vergangenheit zudem kritisiert, dass Kosten der Energiewende nicht bundesweit umgewälzt werden. So werden Entschädigungszahlungen für abgeregelten Ökostrom aus dem Norden nachlaufend nur im Netzgebiet der Tennet umgelegt.

Die Hoffnung auf deutlich sinkende Strompreise dürfte bei vielen Verbrauchern ohnehin schwinden. Zum ersten Januar und Februar des kommenden Jahres wollen nach einer Aufstellung des Vergleichsportals Check  24 bundesweit mehr als 300 Grundversorger ihre Preise erhöhen – im Schnitt um 3,6 Prozent. Auch 20 Versorger aus Schleswig-Holstein finden sich auf der Liste. Bundesweit ist der Strompreis nach Angaben von Check  24 in der Grundversorgung seit 2007 um etwa 49 Prozent gestiegen.

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