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Pinneberger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 02:54 Uhr

30 Jahre für das Vereinswohl

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Seit drei Jahrzehnten führt Hinrich Krodel die Geschicke beim SuS Waldenau / Bilanz kann sich sehen lassen

von
erstellt am 22.Jan.2016 | 12:35 Uhr

Als 120 Delegierte des Vereins Spiel und Sport (SuS) Waldenau am 24. Januar 1986 Hinrich Krodel erstmals auf ihren Chefsessel wählten, dürften sie sich der Tragweite ihres Votums nicht so ganz bewusst gewesen sein. Morgen, auf den Tag genau 30 Jahre später, ist er noch immer im Amt. Ohne den mittlerweile 65-Jährigen wäre der drittgrößte Sportverein der Stadt Pinneberg, so wie er sich heute darstellt, nicht vorstellbar – er hat eine Ära geprägt.

Die begann, wie das oft der Fall ist, durch glückliche Umstände. Krodel, der ursprünglich aus Jork im Alten Land stammt, trat mit 17 Jahren beim SuS Waldenau ein und spielte zunächst Fußball. „Mit 30 wurde mir das dann zu gefährlich, deshalb bin ich zum Tennis gewechselt“, erzählt er. Sein Glück, im Nachhinein. Denn die Tennissparte, 1979 gegründet, war Mitte der 1980er Jahre mächtig im Aufwind und kämpfte um mehr Mitbestimmung im Verein. „Deshalb habe ich mich überreden und als Kandidaten für den Vereinsvorsitz aufstellen lassen. Zunächst für ein Jahr“, so Krodel. Dass daraus einmal 30 werden würden, sei für ihn, der zwischenzeitlich mit seinem Bruder Georg gemeinsam die Geschicke des Vereins lenkte, nicht absehbar gewesen.

Die Bilanz des 65-Jährigen kann sich allerdings mehr als nur sehen lassen. Schon gleich nach seinem Amtsantritt 1986 weihte der Verein seinen Rasenplatz ein, für Krodel die „beste Sportanlage in Pinneberg“. 1989 erhielt die Tennisabteilung ihr erstes eigenes Klubhaus. Die Errichtung bezeichnet der Vereinschef, der 1976 sein privates Heim in der Kreisstadt erreichtet hat, als „meinen zweiten Hausbau“. Die Stadt Pinneberg sei schon damals chronisch klamm gewesen. „Deswegen hat der Verein das selbst finanziert.“ Weitere Meilensteine in seiner Amtszeit seien unter anderem die Eröffnung des Vereinsheims am Jappopweg im Jahr 1996, die Eröffnung der Geschäftsstelle am Waldenauer Marktplatz 2005 sowie die Einweihung des komplett neu errichteten Tennis-Clubhauses im Mai 2004 gewesen – die Baukosten von etwa 500  000 Euro habe der Verein erneut selbst gestemmt.

Doch so ganz unbeschwert kann Krodel seinen Rekord an der Spitze des Vereins nicht genießen. Was die Führung des SuS Waldenau betrifft, bereitet ihm der Blick in die Zukunft Sorgen. Denn zwar sei die Mitgliederzahl mit etwa 1200 seit Jahren stabil, doch die Bereitschaft, sich ehrenamtlich auch auf Führungsebene zu engagieren, stehe nicht mehr hoch im Kurs. „Ich bemühe mich seit Jahren, adäquate Leute zu finden“, sagt Krodel. Die Arbeitswelt habe sich massiv verändert, für freiwilliges, unbezahltes Engagement parallel zum Beruf fehle immer mehr Menschen die Zeit. Gleichzeitig habe sich aber auch das Ehrenamt selbst in eine Richtung entwickelt, die ihm nicht passe. „Wir kämpfen nur noch mit der Verwaltung“, so der Vereinschef.

Aus diesem Grund plant Krodel nun, erstmals in der Geschichte des Vereins, einen Teilzeit-Geschäftsführer einzusetzen, der für seine Arbeit entlohnt wird. Zur Finanzierung sei allerdings eine Erhöhung der Beiträge unumgänglich, über die bei der nächsten Mitgliederversammlung im März abgestimmt werden soll. Eine konkrete Personalie gebe es allerdings noch nicht.

Krodels aktuelle Amtszeit läuft im März 2017 ab. Ob er noch einmal kandidieren wird, lässt er offen. So kommt für den früheren Immobilienmakler das Privatleben zu kurz, seinen kleinen Enkel sehe er beispielsweise nur einmal im Monat. Doch loslassen wird er nicht so einfach können. Der Verein, den er fast sein halbes Leben lang führt, ist eben Hinrich Krodels Heimat.

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