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Schenefeld : 3,5 Millionen Euro für das Schulzentrum?

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Energetische Sanierung: Das Gutachten liegt vor. Eine Fotovoltaikanlage lohnt sich nicht.

shz.de von
erstellt am 07.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Dass es teuer wird, haben alle Verantwortlichen gewusst. Jetzt wissen sie auch, was Schenefeld investieren muss, um das Schulzentrum energetisch zu sanieren. 3,5 Millionen Euro haben die Gutachter errechnet – und in diesen Kosten ist eine Fotovoltaikanlage noch gar nicht enthalten.

Das ist die große Überraschung in der Expertise. Die Gutachter raten vom Bau einer Fotovoltaikanlage ab. Sie rentiere sich nicht, da die EEG-Förderung weggefallen sei.

Das Dach, die Betonbrüstungen, die Keller, die Lüftung, die Beleuchtung: In diesen Bereichen sehen die Gutachter die größten Handlungsbedarfe. Ein Austausch der Fenster sei dagegen nicht sinnvoll. Sie „sind in einem sehr guten Zustand und werden bei entsprechender Pflege die nächsten drei bis vier Jahrzehnte überdauern“, heißt es in dem Gutachten.

Das schlagen die Experten vor: Alle Leuchten im Schulzentrum sollen demontiert und durch LED-Leuchten ersetzt werden. Allein für dieses Vorhaben liegen die geschätzten Kosten bei 999.417 Euro. Die Stromeinsparung könnte pro Klassenraum bis zu 90 Prozent betragen. Die Investition würde sich nach zirka zehn Jahren amortisiert haben. Die Lebensdauer der LED-Beleuchtung beläuft sich auf 20 Jahre.

Allein das Dach kostet 1,5 Millionen Euro

Für die Erneuerung der Betonbrüstungen an den Fenstern veranschlagen die Gutachter Kosten in Höhe von 71.000 Euro. Diese Investition hätte sich nach 17 Jahren rentiert, bei einer Lebensdauer von 25 Jahren. Die Sanierung der Kellerdeckendämmung schlägt mit 789.284 Euro zu Buche.

Der finanziell dickste Brocken ist das Dach. Fast 1,6 Millionen Euro würde die Sanierung verschlingen. Die Gutachter gehen davon aus, dass es gar nicht möglich ist, eine zusätzliche Last auf die Dächer aufzubringen, da dies zum Versagen der bestehenden Konstruktion führen könnte. Die Erneuerung der Lüftungsanlage kostet 89.100 Euro.

Auch wenn sie die Fotovoltaikanlage nicht empfehlen, die Kosten wurden berechnet. Die simulierte Anlage mit einer Größe von 1150 Quadratmetern und einer Leistung von 1000 Kilowatt Peak würde knapp 1,3 Millionen Euro kosten.

Die Gutachter weisen darauf hin, dass es für die Umsetzung der Maßnahmen Fördermöglichkeiten oder zinsgünstige Kredite gebe.

Das Schenefelder Schulzentrum: einer der größten Energiefresser bei den öffentlichen Gebäuden. Die Sanierung ist ein wichtiger Baustein innerhalb des Projektes Energieeffiziente Musterkommune. Im Bauausschuss wird am Donnerstag, 13. November, entschieden, wie viel Geld für 2015 zur Verfügung gestellt wird. Dann startet die Sanierung.

Das Schulzentrum besteht aus einem Baukörper, der aus einem Ursprungsgebäude 1964 entstanden ist und mehrfach  erweitert wurde. 2006 wurde die Heizungsversorgung auf Fernwärme umgestellt. Zwischen 1988 und 1992 wurde die Fassade saniert.
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