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Elbdücker : 25-Millionen-Euro-Projekt steht vorm Abschluss

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Sperrungen der Fuß- und Radwege sind wieder aufgehoben, das Deichvorland wiederhergestellt. Die Renaturierung ist für 2016 geplant.

shz.de von
erstellt am 21.Dez.2015 | 14:00 Uhr

Hetlingen | Tiefe Schächte, schwere Kräne, lange Leitung: Von den Bauarbeiten an der Hetlinger Schanze wird bald nicht mehr viel zu sehen sein. Dort hat das niederländische Unternehmen Gasunie mit zahlreichen Partnern einen neuen Elbdüker gebaut – und den alten wieder aus dem Schlick gegraben. „Die Baustelle soll 2016 abgeschlossen werden. Der genaue Zeitpunkt lässt sich noch nicht benennen“, sagt Philipp von Bergmann-Korn, Pressesprecher der Gasunie. „Wir sind auf der Zielgeraden.“ Bisher waren die Planer vom Sommer ausgegangen.

Während der vergangenen drei Monate haben Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Elbdüker die Rohre der alten Leitung demontiert und entsorgt. Anschließend haben sie die Rampe, mit welcher der alte Dükerstrang über den Deich gezogen wurde, entfernt. Auch das Deichvorland ist inzwischen wiederhergestellt.

Von der Windenstation ist nichts mehr zu sehen. Und die gebaggerte Rinne in der Elbe ist inzwischen wieder verfüllt. „Damit konnte auch die Sperrung des Deiches für Radfahrer und Fußgänger aufgehoben werden“, sagt Bergmann-Korn.

Für die kommenden Monate hat sich die Arbeitsgemeinschaft vorgenommen, das Gelände des Baufelds wieder in seinen Urzustand zu versetzen. Es geht dabei hauptsächlich um Renaturierung. Auch der Deichverteidigungsweg soll saniert werden. Zum Schluss steht noch die Entsorgung von restlichem Aushub an.

Der alte Düker aus den 1970er Jahren war bereits am 16. September entfernt worden. Das Team um Oberbauleiter Daniel Bley hatte das letzte Rohrstück für die Gasversorgung aus dem Elbgrund gezogen. „Es ist ein einmaliges Projekt, das sind Superlative, die man hier hat“, schwärmte Bley damals. Er hat bereits an zahlreichen Gasleitungen mitgearbeitet.

Mit der laut Gasunie größten Linearzugwinde der Welt wurden die drei 1080 Meter langen Rohre in zwei Schritten geborgen. Vorab waren sie freigelegt worden. Das sei eine echte Herausforderung gewesen, sagte Bley. Weil der erste Versuch fehlschlug, wurden die drei Leitungen, zwei mit einem Durchmesser von 75 Zentimetern aus mit Beton ummanteltem Stahl sowie ein 70 Zentimeter dickes Stahlrohr, von weiterem Schlick befreit. Dazu war ein Saugbaggerschiff im Einsatz, denn der Düker lag fünf Meter tief in der Elbsohle.

Um die Kraft der Zugwinde von 800 Tonnen aufzuwerten, wurde ein Flaschenzug gebaut. Das Ergebnis: 1500 Tonnen Zugkraft. Die wurde beim ersten Törn nahezu ausgereizt. „Wir waren mit 1450 Tonnen fast am Limit“, erläuterte Bley. Das eingesetzte 1500 Meter lange Stahlseil hatte einen Durchmesser von zwölf Zentimetern, wog pro Meter 80 Kilogramm und wurde per Schiff angeliefert. Die maximale Zuggeschwindigkeit betrug 1,5 Meter pro Minute.

Die Rohre wurden schließlich in zwölf Meter lange Stücke zerteilt und über den Deichverteidigungsweg abtransportiert. Die leere Rinne in der Elbe wird wieder gefüllt.

Der Startschuss für das 25-Millionen-Euro-Projekt fiel am 18. September 2013. Der Neubau war nötig, weil das etwa 40 Jahre alte Vorgängerbauwerk nicht mehr tief genug im Flussbett lag und so zu einer Gefahr für den Schiffsverkehr hätte werden können.

Zur neuen Verbindung nach Lühesand in Niedersachsen sagte Günter Moll, Planer und Berater der Arge Elbedüker, Anfang des Jahres: „Das Bauwerk wird mindestens 100 Jahre halten.“ Die Rohrleitung beinhaltet nun eine Hauptgasleitung sowie Kabel der Telekom und des Wasser- und Schifffahrtsamts.

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