Feierlicher Empfang: : 25 Jahre Wohnungslosenhilfe in Pinneberg

Sie helfen täglich Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind: Anja Valentin (v. l.), Christa Hausmann und Karen Schueler-Albrecht von der sozialen Wohnraumhilfe sowie Antje Mause und Peter Diekmann von der Beratungsstelle für Wohnungslose.
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Sie helfen täglich Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind: Anja Valentin (v. l.), Christa Hausmann und Karen Schueler-Albrecht von der sozialen Wohnraumhilfe sowie Antje Mause und Peter Diekmann von der Beratungsstelle für Wohnungslose.

Vertreter aus Politik und Gesellschaft loben die Arbeit der Mitarbeiter der Beratungsstelle an der Bahnhofstraße.

shz.de von
07. Mai 2015, 10:00 Uhr

Pinneberg | Besteht eine Einrichtung oder ein Verein 25 Jahre, ist dies in der Regel ein Grund zum Feiern. Doch in das Vierteljahrhundert-Jubiläum der Beratungsstelle der Wohnungslosenhilfe, das gestern in den Räumen der Diakonie an der Bahnhofstraße begangen wurde, mischten sich viele nachdenkliche Töne. Denn die Anwesenden waren sich einig: Eigentlich sei es traurig, dass es in einem reichen Land wie Deutschland einer solchen Einrichtung bedarf. Für die Arbeit in der Beratungsstelle fanden alle hingegen ausschließlich lobende Worte.

Mehr als 50 Gäste waren gestern Vormittag zu dem Empfang erschienen. Unter ihnen Kreispräsident Burkhard Tiemann, der zudem Grüße von Landrat Oliver Stolz überbrachte. „Konsequent, engagiert, mutig.“ So bezeichnete Tiemann die Mitarbeiter der Beratungsstelle. Sie hätten für große Hilfs-Impulse im gesamten Kreis gesorgt. „Ich wünsche mir, dass wir weiter auf ihr hohes Engagement setzen können“, so Tiemann.

Propst Karl-Heinrich Melzer vom Kirchenkreis Hamburg-West/ Südholstein betonte, dass das Problem der Wohnungslosigkeit in den vergangenen Jahren nicht kleiner, sondern größer geworden sei. Entsprechend sei das in die Beratungsstelle investierte Geld nachhaltig. „Es schafft Zukunft für Menschen und Gesellschaft“, so der Propst, der den Mitarbeitern deutlich weniger Arbeit und weniger Beratungen wünschte. „Doch bis es soweit ist: Machen Sie so weiter, Sie leisten eine tolle Arbeit.“

Gratulierten zum Jubiläum: Landtagsmitglied Kai Vogel (von links), Maren von der Heyde (Geschäftsführerin Diakonisches Werk Hamburg-West/ Südholstein), Bürgervorsteherin Natalina Boenigk und Kreispräsident Burkhard Tiemann.  (Foto: Dickersbach)
Gratulierten zum Jubiläum: Landtagsmitglied Kai Vogel (von links), Maren von der Heyde (Geschäftsführerin Diakonisches Werk Hamburg-West/ Südholstein), Bürgervorsteherin Natalina Boenigk und Kreispräsident Burkhard Tiemann. (Foto: Dickersbach)
 

Auf diese Arbeit ging Maren von der Heyde, Geschäftsführerin des Diakonisches Werks Hamburg-West/ Südholstein, dem Träger der Beratungsstelle, ein. „Sie holt den Menschen dort ab, wo er herkommt.“ Häufig seien die Betroffenen auf einem Tiefpunkt angelangt, dann gelte es, sie wieder aufzurichten, ihnen neues Selbstvertrauen zu vermitteln − und eine neue Bleibe. Denn jeder Mensch habe das Recht auf Schutz und brauche eine eigene Wohnung, so von der Heyde. Die Beratungsstelle sei eine besondere, ehrenamtlich gestützte Einrichtung. „So ein Angebot ist in vielen Kommunen noch nicht denkbar“, sagte die Geschäftsführerin.

Als „Institution, die nicht wegzudenken ist“, bezeichnete Bürgervorsteherin Natalina Boenigk die Beratungsstelle, deren Angebote viel niedrigschwelliger seien, als alles, was die Stadt Pinneberg anbieten könne. Sie dankte den Mitarbeitern, die mit viel Idealismus am Werk seien. Die Ursprünge der Wohnungslosenberatung in Pinneberg liegen im Jahr 1988. Damals wurde mit der Gründung des Vereins Ambulante Hilfe und der Beratungsstelle der Grundstein für die bis heute 25-jährige Arbeit gelegt.

Mehr zur Arbeit der Wohnungslosenhilfe und den Gründen für Wohnungslosigkeit lesen Sie im tip − Tageblatt am Sonntag.
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