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Personalmangel : 22,9 Millionen: Kreis hortet Kita-Geld der Kommunen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Verwaltung hat die Zuschüsse des Landes nicht an Träger weitergeleitet.

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2017 | 08:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Zahlreiche Städte und Gemeinden im Kreis Pinneberg gehen finanziell auf dem Zahnfleisch. Nicht zuletzt die Kreisumlage sorgt dafür, dass vielerorts an jeder Ecke gespart werden muss. Dabei sitzt der Kreis auf fast 23 Millionen Euro, die er eigentlich an die Kommunen weiterleiten müsste.  Bei den Mitteln handelt es sich um Landes- und Bundeszuschüsse zur Finanzierung des Personals in Kindertagesstätten. Der Kreis bestätigte ausstehende Zahlungen, Schuld sei ein Personalengpass in der Verwaltung.

5,8 Millionen Euro für den Betreuungsbereich der Unter-Dreijährigen (U3) und sogar 7,9 Millionen für den Ü-3-Bereich. Diese Zahlen nannte Sabine Kählert, Leiterin des Amts für soziale Dienste der Stadt Tornesch. Dabei handelt es sich laut Kählert  allerdings lediglich um die Summen für die Jahre 2013 und 2014. Doch auch für 2015 seien die Landes- und Bundeszuschüsse nicht vollständig und für das vergangene Jahr lediglich abschlagsweise ausgezahlt worden.

In Elmshorn sind es drei Millionen Euro

In anderen Kommunen sieht es nicht anders aus. Der Elmshorner Stadtrat Dirk Moritz spricht  von kreisweit 22,9 Millionen  Euro, die nicht an die Kita-Träger weitergeleitet wurden. Allein der Krückaustadt fehlten drei Millionen Euro, so Moritz. In Tornesch beläuft sich der Fehlbetrag auf etwa 700000 Euro. Kählert betonte: „Einige Kommunen haben lediglich einen unausgeglichenen Haushalt, weil sie die ihnen zustehenden Mittel nicht erhalten haben.“

Kreis-Sprecher Oliver Carstens  bestätigte auf Nachfrage, dass man bei der Auszahlung von Finanzmitteln an Gemeinden und Städte im Rückstand sei. „Uns ist sehr bewusst, dass eine zu späte Abrechnung mit den Trägern der Kitas einige Einrichtungen vor Probleme stellt“, sagte er. Die Zahl von 22,9 Millionen Euro   wollte er aber nicht bestätigen.   Die personelle Situation in der Verwaltung ist laut Carstens aber weiter sehr angespannt und geeignetes Personal für diesen Bereich kaum zu bekommen. „Wir sind aber mit Nachdruck dabei, diese unbefriedigende Situation zu verbessern.“

Ans Licht gekommen ist die  fatale Situation während eines Treffens des schleswig-holsteinischen Gemeindetags in Kiel.  Dort wurde ein Amtsleiter aus dem  Kreisgebiet   darauf angesprochen, dass im Kreis Pinneberg   Gelder nicht verteilt würden.  Nach Informationen unserer Zeitung haben Städte und Kommunen daraufhin bei einem Verwaltungsleitertreffen am 12. Mai ihre Empörung deutlich zur Sprache gebracht.

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