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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 08:54 Uhr

Training : 19 Vermisste „gerettet“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Tangstedt übt mit Rellingen und Pinneberg den Ernstfall.

von
erstellt am 13.Apr.2017 | 10:00 Uhr

Hasloh | Um 19 Uhr begann der erst kürzlich installierte Rauchwarnmelder in der Tangstedter Grundschule jämmerlich zu piepen. Vier Minuten später ertönten die Alarmsirenen der Gemeinde. Kurz darauf war zu beobachten, wie ein Pkw nach dem nächsten von der Dorfstraße in den Brummerackerweg abbog. Ziel: die Feuerwache. Um 19.10 Uhr kam das erste Löschfahrzeug der Tangstedter Wehr vor dem Gebäude an, kurz darauf trafen der Einsatzleitwagen und weitere Feuerwehrautos ein. Dichter Qualm drang aus einer Dachluke, auch die Treppenhäuser waren verqualmt.

Unter den wachen Augen der Wehrführung aus Tangstedt und Rellingen streiften sich die einen Atemschutzmasken und Druckluftflaschen über, während andere Schläuche ausrollten und zusammensteckten. Obwohl schon beim Eintreffen der Hilfskräfte klar war, dass es sich um eine Übung handelt, nahmen alle ihre Aufgabe ernst – schließlich ging es in erster Linie darum, 19 vermisste Menschen so schnell wie möglich aus dem verwinkelten Schulgebäude zu holen.

„Auf der Personenrettung liegt heute das Hauptaugenmerk“, erklärte Tangstedts Wehrführer Rolf Struckmeyer. Um die Aufgabe zu erschweren, war nicht nur dank einer Nebelmaschine kaum die Hand vor den Augen zu sehen, sondern auch im Keller extra eine Tür als zusätzliche Barrikade eingebaut worden. „Die musste gewaltsam aufgebrochen werden, um die dahinter liegende Person herausholen zu können“, erläuterte Florian Jarzebski, Sprecher der Tangstedter Wehr.

Konzentriert arbeiteten sich die Zweier-Trupps vorwärts und suchten die Räume ab. Schnell waren die „Opfer“ im Erdgeschoss ausgemacht und mit Hilfe einer Leiter nach draußen geleitet. Für die Personen im ersten Stock war dies jedoch keine Option – sie mussten am Fenster ausharren, bis die Drehleiter aus Pinneberg angekommen und einsatzbereit gemacht worden war. „Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten wird dieses Fahrzeug bei einem Brand in unserer Schule automatisch mitalarmiert“, erläuterte Jarzebski. Zügig holten die Pinneberger auch die Vermissten aus dem Obergeschoss.

45 Minuten nach der Alarmierung war der Spuk auch schon zu Ende und die 15 Mitglieder der Tangstedter Jugendfeuerwehr mitsamt ihren vier Ausbildern und Betreuern im Freien. „Das ging ja zügig“, staunten die Zuschauer, die sich in der Zwischenzeit auf der gegenüberliegenden Straßenseite eingefunden hatten.

Die Mitglieder der Tangstedter Jugendwehr und ihre Ausbilder hatten sich in drei Bereichen des Hauses versteckt.
Die Mitglieder der Tangstedter Jugendwehr und ihre Ausbilder hatten sich in drei Bereichen des Hauses versteckt.
 

Bei der anschließenden Manöverkritik in der Tangstedter Wache zeigten sich die Organisatoren zufrieden mit der Übung. „Es ist wichtig, die Abläufe immer wieder gemeinsam zu üben“, betonte Jarzebski. Natürlich seien auch kleinere Fehler entdeckt und angesprochen worden, dies sei schließlich Sinn und Zweck solcher Übungen. „Für den Ernstfall sind wir sehr gut aufgestellt“, lautete schließlich das Fazit des Abend. Der endete gemütlich bei Grillwurst, Getränken und angeregtem Erfahrungsaustausch der Kameraden.

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