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Die Tradition des Apfels verpflichtet : 19. Holsteiner Apfeltage

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Offizielle Eröffnung mit Apfelfrühstück. Buntes Programm bis 31. Oktober in Marsch und Geest.

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2017 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Es ist soweit: Die 19. Holsteiner Apfeltage sind offiziell eröffnet. Im Schulrestaurant der Beruflichen Schule Elmshorn überreichte Walter Rißler, Amtsvorsteher des Amtes Geest und Marsch Südholstein, der amtierenden Apfelkönigin Katharina Steenbock – Katharina I. – traditionell einen Apfelkorb. Beim alljährlichen Apfelfrühstück in der Krückaustadt begrüßte Andreas Hinrich, Erster Vorsitzender der Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe Uetersen (IHG), zahlreiche Gäste aus Politik und Landwirtschaft.

„Dieser Tag ist immer einer meiner Lieblingstage, weil wir hier so verwöhnt werden“, sagte Hinrich während seiner Eröffnungsrede. Das diesjährige Apfelgeschnetzelte und der selbst gemachte Apfelkuchen kamen von Fleischer- und Konditorschülern der Elmshorner Berufsschule. Hinrich machte deutlich, dass solche Festtage nur gemeinsam möglich gemacht werden können. „Wir müssen die ganze Region miteinbeziehen“, so Hinrich. Im Speisesaal, der von Auszubildenden des Hotel- und Gaststättengewerbe eingedeckt wurde, eröffnete Berufsschulleiter Erik Sachse die Runde. Trotz des Schulstarts hatte er es sich nicht nehmen lassen zu kommen. „Der Schulstart ist immer spannend. Noch spannender wird er durch diese offizielle Eröffnung“, so Sachse. Schirmherr Rißler bedankte sich bei den zahlreichen Helfern rund um die Holsteiner Apfeltage. „Es wird wieder einen bunten Strauß an Angeboten für Jung und Alt geben“, sagte er.

Nachdem Königin Katharina I. an alle Anwesenden Äpfel der Sorte Delbarestivale verteilte, machte Obstbauer Wilfried Plüschau auf das schlechte Erntejahr in ganz Europa aufmerksam. „Die Blütenfröste hat für die kleinste europäische Apfelernte seit 15 Jahren gesorgt“, sagte er. Zwar sei Schleswig-Holstein noch relativ gut weg gekommen, doch gerade Obstbauern in Süddeutschland würden unter Ernteerträgen von nicht mal 20 Prozent beim Kernobst leiden. Zum Vergleich: In Schleswig-Holstein lagen die Erträge bei 90 Prozent. „Das wird für viele Bauern im Süden an die Existenz gehen“, so Plüschau.

Auch für Sascha Balzer, Vertreter der Sparkasse Südholstein, seien die Apfeltage der schönste Termin im Jahr. Der Familienvater sprach vor allem das Kostenthema an. „Man lernt während der Apfeltage, was für Arbeitskosten eigentlich bei so einer Ernte entstehen. Da wundert man sich dann auch nicht mehr über die Preise im Supermarkt“, so Balzer.

Im Folgenden stellten die anwesenden Vertreter der Apfeltage ihr Rahmenprogramm vor: Auf dem Gut von Plüschau wird die Kühlung und Aufbereitung bei der Ernte erklärt. Neben hausgemachter Verpflegung, wird es unter anderem eine Hüpfburg und Treckerfahrten geben. In einem extra angelegten Sonnenblumenfeld können sich Besucher Blumen für zuhause schneiden. „Man kann und soll sich einfach ein Bild vom Obstbau machen“, sagte Plüschau.

Holms SPD-Chef Dietmar Voswinkel war nicht nur auf die mittlerweile 20. Auflage des Holmer Apfelfestes stolz. Er stellte zudem klar: „Nach letztem Jahr kommt die Apfelkönigin auch dieses Mal aus Holm“. Beim Apfelfest wird es wieder das traditionelle „Himmel-und-Erde-Essen“ sowie selbst gemachte Konfitüren und Kuchen geben. „Backen können unsere Frauen“, fügte Voswinkel schmunzelnd an. Die Veranstalter der Apfelquetschertage in Seester hatten dieses Jahr ein Problem: Da immer mehr Besucher in den vergangenen Jahren zum festen Programmpunkt der Apfeltage strömten, wurde es eng. „Wir sind über die Jahre enorm gewachsen“, sagte Ilka Früchtenicht, die das Familienfest seit zwölf Jahren mit ihrem Mann auf dem gemeinsamen Obsthof organisiert. Man habe deshalb das Ganze nach Klein-Nordende auf das Gehöft der Familie Thormälen verlegt.

Gabriela Schramm, stellvertretend für die IHG anwesend, nannte abschließend das Rahmenprogramm des 19. Holsteiner Apfelmarktes in Uetersen. Neben Flohmarkt, Foodtruck-Treffen und Eröffnung des Marktes vor Woolworth, findet auch das traditionelle Lampionfest statt – immerhin schon in 27. Auflage. Nach der Wertung der selbstgebastelten Lampions zieht der Laternen-Umzug der IHG bis zum großen Garten des Seniorenheims und wird von der Jugend-Feuerwehr Uetersen und den Spielmannszügen aus Uetersen und Hörnerkirchen begleitet.Bei Regen soll der Umzug in der Parkpalette stattfinden.

Bei zwei Dingen waren sich alle Beteiligten einig: Tradition ist wichtig für die Region und muss bewahrt werden. Und: Hoffentlich werden die Festtage mit gutem Wetter gesegnet. Aber schlechtes Wetter gibt es ja bekanntlich nicht. Nur falsche Kleidung.

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