Abschied von der Kaserne : 18-Millionen-Euro-Projekt in Pinneberg

Der Abriss hat begonnen: Wo einst Soldaten wohnten, entsteht bis 2016 ein neuer Pinneberger Stadtteil.
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Der Abriss hat begonnen: Wo einst Soldaten wohnten, entsteht bis 2016 ein neuer Pinneberger Stadtteil.

Startschuss für 18-Millionen-Euro-Projekt: In Eggerstedt entsteht ein neuer Pinneberger Stadtteil.

shz.de von
22. Januar 2015, 10:00 Uhr

Pinneberg | Ein Bagger frisst sich ins Gebäude. Fenster klirren. Holz knarzt. Berge von Schutt türmen sich auf. Die Stadt Pinneberg nimmt in diesen Tagen Abschied von ihrer Kaserne. 76 Jahre nach deren Eröffnung wird Platz für einen neuen Stadtteil geschaffen.

Die Eggerstedt-Kaserne – ein Gelände mit wechselvoller Geschichte. Im Jahr 1939 nach zwei Jahren Bauzeit von den Nationalsozialisten eröffnet, diente das Areal nach dem Zweiten Weltkrieg als Auffanglager für Flüchtlinge aus dem Osten. Zeitweise gastierte die Baltische Universität in Eggerstedt. Auch die Berufsschule hatte dort ihren Standort. 1959 war die 37 Hektar große Fläche der neu gegründeten Bundeswehr übergeben worden.

Seit 2003, dem Jahr des letzten Zapfenstreichs, diskutierte die Politik über die Zukunft des Geländes. Ein zunächst verworfener Rahmenplan wurde überarbeitet, letztlich entschied die Stadt, dem Bund das Gelände abzukaufen.

Wo jetzt Mannschaftsräume abgerissen werden, entstehen auf sieben Hektar Teilfläche 250 neue Wohneinheiten – 77 Einzelhäuser mit jeweils 500 Quadratmetern Grundstück sowie 13 Doppelhäuser. Investor ist die Kieler Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), die im Februar 2014 von der Stadt den Zuschlag bekommen hatte. Die LEG plant zudem 15 barrierefreie Mehrfamilienhäuser mit drei Geschossen – so genannte Stadtvillen mit Appartements mit einer Größe von 70 bis 100 Quadratmetern. Für das gesamte Projekt „Parkstadt“ plant die LEG mit einem Investitionsvolumen von 18    Millionen Euro.

Einzug 2016

Die Erschließung der „Parkstadt“ soll laut LEG im zweiten Quartal 2015 starten. Parallel werde der Verkauf der Grundstücke beginnen. 2016 könnten die ersten Menschen in ihr neues Zuhause in Eggerstedt einziehen.

Die Gewerbeflächen werden ausschließlich von der Stadt vermarktet. Einige Flächen haben bereits den Besitzer gewechselt. Weitere Verhandlungen laufen. Derweil hat der Bildungsträger Wabe den Bau einer Kindertagesstätte auf dem Gelände bereits weitgehend abgeschlossen. Die Wabe plant zudem, eine Akademie für Erzieher sowie eine Privatschule zu errichten.

Bürgermeisterin Urte Steinberg hat sich zum Ziel gesetzt, den Verkauf der Flächen mit einer dicken schwarzen Zahl unterm Strich abzuschließen. Sie sagt: „Ich freue mich, dass nun nach langer und intensiver Vorbereitungszeit der offizielle Startschuss gegeben werden kann und wir hier einen neuen Stadtteil schaffen, der sowohl Wohnen als auch Gewerbe und Arbeitsplätze bietet.“

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