Pinneberg : 175 Päckchen für Kinder in Not

Zum Verladen der Päckchen formierten sich Mädchen und Jungen zu einer langen Schlange.
Zum Verladen der Päckchen formierten sich Mädchen und Jungen zu einer langen Schlange.

Beispielhaftes Engagement: Der Round Table organisiert Hilfsaktionen für Rumänien, Moldavien und die Ukraine.

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19. November 2013, 16:00 Uhr

Katja Schmuggerow hatte gerade die letzte Wasserstandsmeldung der Geschenkezählung für Kinder in Rumänien bekannt gegeben, da hetzte noch ein Junge über den Hof der Helene-Lange-Schule. Ein Päckchen unter dem Arm. Sofort korrigierte ein Chor aufgeregter Kinderstimmen die Lehrerin: „Hurra, jetzt sind es schon 175 Pakete.“ Die Schülerinnen und Schüler bildeten eine lange Kette vom Lagerraum unter dem Dach bis zum wartenden Laster auf dem Schulhof. Mit ausgestreckten Armen reichten sie eine Spende nach der anderen weiter – bis alle verladen waren.

Seit vielen Jahren organisiert Schmuggerow die Spendenaktion in der Helene-Lange-Schule, wenn Pinnbergs Round Table 27 in den Wochen vor Weihnachten Gaben für Bedürftige in Osteuropa sammelt. Kinder in Rumänien, in Moldavien und in der Ukraine werden bedacht. In ganz Deutschland kommen so rund 40 000 Päckchen zusammen, berichten die Round Tabler. Im Jahr 2012 kamen 881 davon aus Schulen und Kitas in Pinneberg. In Hanau werden sie alle gesammelt, in Container gepackt und dann in einem Konvoi von Sattelzügen auf die etwa achttägige Reise geschickt. Über 2000 Kilometer legen sie zurück. Helfer in Bussen sind auch dabei und achten vor Ort darauf, dass die Geschenke in die richtigen Hände kommen.

„Oft sind dies die einzigen Gaben, über die diese Kinder sich Weihnachten freuen können“, berichten Round Tabler, die diese Bescherungen seit zwölf Jahren auf den Weg bringen. Das wussten auch die Kinder in der Helene-Lange-Schule, denn rechtzeitig vor Beginn der Aktion hatte Round Tabler Torsten Köhler ihnen die große Not in den Empfängerländern sehr lebendig geschildert.

Nele aus Klasse 4 b hat Süßigkeiten, Wurst und auch Haargummi eingepackt. „Ich habe draufgeschrieben, dass es für ein Mädchen ist“, fügt sie gewissenhaft hinzu. Lennart hatte für einen Jungen gepackt. Spielzeugautos und viele Süßigkeiten waren in seinem Päckchen.

Wo Rumänien ist, wussten einige Kinder auch schon. „Das liegt da unter Deutschland rechts“, erläuterte ein aufgeweckter Junge und hielt seine Hände anschaulich in die Luft, sodass man die Positionen der beiden Länder auf einer imaginären Landkarte gut erahnen konnte. Dann eilte der Junge zu Round Tabler Lutz Teßmann, der die Gaben im Lkw-Laderaum verstaute. „Darf ich zu dir heraufkommen und mithelfen?“ fragte er erwartungsvoll. Er durfte – und fühlte sich nach der Arbeit genauso stolz wie all die anderen Kinder, die mit angepackt hatten.

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