„Cry Wheel“, Jonglage und Feuershows : 16. Pinneberger Kleinkunstfestival: Noch besser, noch größer, noch schöner

Veranstaltung lockt Tausende Besucher in die Innenstadt. Künstler aus Australien, Argentinien und von den Kapverden begeistern das Publikum.

shz.de von
04. Juni 2018, 12:10 Uhr

Pinneberg | Der eigentliche Star des 16. Pinneberger Kleinkunstfestivals war schnell gefunden – dabei hatte sie eigentlich nur eine Nebenrolle. Sidney, die Hündin von Ferenc aus der Berliner Formation „The Funky Monkeys“, sprang über ihr Herrchen direkt in die Herzen der Zuschauer. Spätestens als der Hund zum Ende der Show erst wie ein Kleinkind an der Brust ihres Besitzers hing und dann auf seinem gebeugten Rücken thronte, war der Funke übergesprungen. „Ist der süß“, war immer wieder aus dem Publikum zu hören. Dabei lieferten auch die drei Berliner Künstler eine beeindruckende Akrobatik-Show ab und  bewiesen am Chinesischen Mast über den Köpfen des Publikums ihr Können. Die Gewinner des Silbernen Junior Clowns interagierten perfekt mit dem Publikum und band dieses aktiv in ihre Show ein. Das wurde honoriert – mit Applaus und viel Geld.

Sieger: Martin Deertz (links), Vorstand der Sparkasse Südholstein, und Pinnebergs City-Manager Dirk Matthiessen (rechts) überreichten den Publikumspreis an „The Funky Monkeys“ aus Berlin.
Bastian Fröhlig

Sieger: Martin Deertz (links), Vorstand der Sparkasse Südholstein, und Pinnebergs City-Manager Dirk Matthiessen (rechts) überreichten den Publikumspreis an „The Funky Monkeys“ aus Berlin.

 

„Das ist mein Leben. Das ist unser aller Leben“, sagte die Australierin Sara Twister, die ihre Show auf Deutsch präsentierte. Der Grund war ihr klar: „Ihr wollt nur mein komisches Deutsch hören.“ Sie stieg durch einen Tennisschläger und zeigte, dass auch mit den Füßen mit Pfeil und Bogen geschossen werden kann. „Ich freue mich über jede Spende, denn sie hilft mir, meinen Traum weiterzuleben und meinem Beruf nachzugehen“, erläuterte Sara Twister das Ende ihrer Show. Sie wartet mit einem Hut auf die Spenden der Besucher.  „50Euro sind Durchschnitt“, sagte Sam Prest, der als „Robot“ mit einer Jonglage-Show auftrat. Er musste über das Raunen lachen. „Ok, ich frage nicht nach 20 oder zehn Euro. Aber fünf Euro wären nett. Wenn es nur ein paar Euros sind, ist es auch ok. Wenn ihr nur Cents in der Tasche habt, behaltet es“, sagte er. Und wies auf das Zuschauervoting hin.

Sam Prest jonglierte blind mit Feuer.
Bastian Fröhlig

Sam Prest jonglierte blind mit Feuer.

 

Jeder Besucher des Festivals konnte seine Stimme für seinen Favoriten abgeben. Für die Künstler aus Australien, Venezuela, Argentinien, Berlin und von den Kapverden ging es nicht nur um Applaus und die Spenden, die im Hut lagen, sondern auch um 500 Euro Preisgeld.

„Noch sind wir nicht viele, aber ich hoffe gleich strahlen sie alle“, sagte Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) bei der Eröffnung des Festivals. Schnell füllten sich allerdings die Reihen rund um die Bühnen auf dem Drostei- und dem Lindenplatz. „Das Wetter könnte kaum besser sein  – trocken, nicht zu warm, dass alle ans Meer fahren und nicht zu kalt“, bilanzierten Organisatoren und Sponsoren unisono. Die Besucherzahl war sichtbar höher als im vergangenen Jahr. Damals hatte Stadtmarketingmanager Dirk Matthiessen eine Besucherzahl von 25.000 bis 30.000 Besuchern vermeldet.

Am Glücksrad des A. Beig Verlags konnten Preise gewonnen werden.
Bastian Fröhlig

Am Glücksrad des A. Beig Verlags konnten Preise gewonnen werden.

 

„Pinneberg bietet für Groß und Klein, Alt und Jung ein buntes und abwechslungsreiches Wochenende“, sagte Steinberg. Außer den acht Kleinkünstlern konnten Kinder in Wasserbällen laufen oder im Bungee-Trampolin toben. Am Sonntag bauten zudem die Gaukler des Kreisjungedrings (KJR) ihre Zelte auf der Drosteiwiese auf. Dort durfte ebenso mitgemacht werden wie beim Probegolf. Während des verkaufsoffenen Sonntags konnten die Besucher zudem gestern in der Rathauspassage Fidget-Spinner und Yo-Yo-Artistik bestaunen. Steinberg fasste zusammen: „Dieses Jahr ist alles noch besser, noch größer und noch schöner als jemals zuvor.“

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