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Aufforstungsaktion : 13.600 Bäume in Ellerbek gepflanzt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Aus Ackerland wird Wald. Keine Kosten für die Gemeinde. Meldorfer Betrieb neutralisiert Kohlendioxid-Emissionen.

von
erstellt am 18.Jun.2016 | 16:00 Uhr

Ellerbek | Es ist eine klassische Win-Win-Situation: Die Gemeinde Ellerbek kommt ihrer Verpflichtung nach, auf einer knapp vier Hektar großen Fläche einen Wald zu schaffen, während die Meldorfer Firma Eversfrank-Gruppe durch die Aufforstung Kohlendioxid-Zertifikate verkaufen kann, um so die Emissionen des Betriebs zu neutralisieren.

13.600 Bäume wurden in den vergangenen Tagen nördlich des Heidkampswegs gepflanzt, das bezuschusste das Meldorfer Unternehmen mit 20.000 Euro. Lediglich die Folgekosten – in erster Linie die Sicherung des Zauns, der die Jungpflanzen vor Wildtieren schützt – übernimmt die Gemeinde.

Eingefädelt hat diesen Deal Hans Jacobs von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in Bad Segeberg. „Verwendet wurden heimische Laubbäume, darunter Stieleichen, Buchen, Winterlinden und Ulmen“, erklärte der Fachmann während eines Ortstermins.

Auch Geschäftsführer Matthias Langenohl von der Eversfrank-Gruppe nahm „seinen“ Wald in Augenschein. „Wir haben schon vor zehn Jahre begonnen, mit Emissions-Zertifikaten zu handeln“, berichtete er. Ziel sei nicht der Erwerb von Fläche, sondern Grundstückseigentümer zu finden, die Wald bilden wollen, und diese dann zu unterstützen. „Geld gegen Biomasse“, brachte es Langenohl auf den Punkt. Mehr als 200  000 Bäume seien seit dem Beginn des Engagements in Schleswig-Holstein gepflanzt worden.

Die Bäume sollen in die Höhe wachsen

Als Berater stehe die Landwirtschaftskammer zur Seite. „In den ersten 60 Jahren nach der Pflanzung werden pro Jahr und Hektar zehn Tonnen Kohlendioxid neutralisiert“, erläuterte Jacobs. Bis überhaupt aus Ackerland Wald entstehe, dauere es zehn bis zwölf Jahre. „Die Bepflanzung muss sehr dicht sein, damit die Bäume in die Höhe wachsen“, so der Fachmann.

Bereits 2001 hatte Ellerbek insgesamt sieben Hektar Land erworben. „Nach Abzug der Fördermittel von der Stiftung Naturschutz, dem Förderfond Nord und dem Kreis blieben damals von 220.000 DM noch 72.300 DM an der Gemeinde hängen“, berichtete Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP).

In einem Vertrag sei damals schon festgelegt worden, einen Teil der Fläche für extensive Landwirtschaft zu nutzen und den Rest aufzuforsten. „Das haben wir versucht, auch mit Saat, aber leider ohne Erfolg“, sagte Hildebrand. Über Jacobs sei dann der Kontakt zu dem Meldorfer Unternehmen entstanden.

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