Uetersen : 12. Uetersener Keramiktage

Spaß beim Töpfern: Henrike (fünf, rechts, mit Ida, sechs ) ist stolz auf ihren unter der Anleitung von Jochim Langhein getöpferten Becher.
Spaß beim Töpfern: Henrike (fünf, rechts, mit Ida, sechs ) ist stolz auf ihren unter der Anleitung von Jochim Langhein getöpferten Becher.

Trotz des Regens stöbern etliche Besucher in den Schätzen der 12. Uetersener Keramiktage am Museum Langes Tannen.

shz.de von
27. Juli 2015, 16:30 Uhr

Uetersen | Von den heftigen Regenschauern ließen sich die Besucher am Sonnabend nicht davon abschrecken, bei den 12. Uetersener Keramiktagen in und um das Museum Langen Tannen vorbei zu schauen. Mit Regenjacken und Schirmen bewaffnet stöberten sie an den Ständen der professionellen Keramiker in der Heidgrabener Straße.

Wie in jedem Jahr hatte eine fachkundige Jury über die Teilnehmer entschieden. Jeder der 20 Aussteller hatte seine ganz eigene Handschrift. Sie alle kreierten ihre Glasuren selbst. Einige hatten ganz eigene Techniken entwickelt. So wie Susanne Fröhlich-Besser, die aus Friedrichsfehn angereist war. Sie hat den Salzschwarzbrand für sich entdeckt und weiterentwickelt. Dabei werden die Tonstücke zunächst im Elektro-Ofen dichtgebrannt und anschließend mit einer Metalloxid-Salz-Lösung behandelt. Danach folgt ein zweiter Brand im Gas-Ofen, bei dem jedes Stück mit Sägespänen in Blechdosen verpackt wird. Dann sind die Gefäße wasserdicht.

Interessant waren auch die Angebote von Parviz D-Tehrani aus Hamburg. Er offerierte farbenfrohen Schmuck aus Ton. Darunter eine Kette aus 25 Tonkugeln, die nur 135 Gramm wiegt. Normale Tonkugeln wären viel zu schwer für eine Kette. D-Tehrani hat eine Technik entwickelt, bei der die Kugeln bis auf eine ein Millimeter dicke Wand ausgehöhlt werden.

Die ausgestellten Stücke sahen alle schön und perfekt aus. Dass es gar nicht so einfach ist, so ein Kunstwerk zu fertigen, davon konnten sich die kleinen Besucher überzeugen: Unter der fachkundigen Anleitung von Jochim Langhein durften sie sich an einer mobilen Töpferscheibe ausprobieren. Die fünfjährige Henrike nutzte die Chance und fertigte einen Becher an. Für sie war das eine Premiere, und es hat ihr Spaß gemacht.

Spaß hatten auch Klaus und Irene Matzke. Das Ehepaar aus Hamburg nutzte die regenfreie Zeit, um sich durch das Angebot zu stöbern. „Es gibt hier eine breite Auswahl an hochwertiger Keramik“, sagte sie. Die beiden waren nicht zum ersten Mal bei den Keramiktagen und hatten schon mehrere Stücke gekauft, die verschenkt werden sollen. „Ein Augenschmaus“, so der Kommentar von Jutta Schneider aus Elmshorn. Sie war mit ihrer Freundin Heike Schuller gekommen und hatte Müslischalen erstanden.

Dauerausstellung im Museum

Gut zu den Keramiktagen passte auch die derzeitige Dauerausstellung im Museum, bei der keramische Plastiken von Gudrun Probst und Textilobjekte von Inken Woldsen gezeigt werden.

Den Sonnabendabend verbringen die Aussteller traditionell gemeinsam. In diesem Jahr bei einem der Austeller zu Hause. Bei einem Essen blieb viel Zeit für nette Gespräche und Erfahrungsaustausch.

Organisatorin Gabriele Schramm zeigte sich zufrieden mit der Veranstaltung: „Es macht mir immer besonderen Spaß, die Ausstellung mit den Keramikern zu organisieren.“ Trotz des doch eher schlechten Wetters waren mehr Besucher gekommen, als erwartet.

Keramik ist der älteste künstlich hergestellte Werkstoff der Menschheit und nach Angaben des Deutschen Museums rund 10.000 Jahre alt. Die ältesten Gefäße, die gefunden wurden,  nutzten die Menschen, um Nahrungsmittel aufzubewahren und zu kochen. Für die Herstellung nutzten sie Ton, der praktisch überall zu finden war. Das ist der Grund, warum Keramik schon früh in fast allen Teilen der Welt bekannt war. Besonders praktisch ist die Formbarkeit. Deshalb war Ton das ideale Material für die Herstellung von Gefäßen und Geschirr. Später wurde klar, dass durch Brennen eine größere Haltbarkeit und Dichte der Keramik erreicht wird. Dadurch ergaben sich für die Menschen neue Anwendungsgebiete. Auch heute noch ist Keramik ein bedeutender Werkstoff.
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