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Kreis Pinneberg / Hamburg Warnstreik im Bahnverkehr: Fortsetzung folgt

Von pt/Bernd Röder/dpa | 02.09.2014, 10:00 Uhr

Bahn-Gewerkschaften: Das Klima ist zunehmend vergiftet. Eine weitere Verschärfung droht.

Ein erster Warnstreik der Lokführergewerkschaft GDL hat am Montagabend den Fern- und Nahverkehr in Hamburg und im Kreis Pinneberg empfindlich beeinträchtigt. Am Pinneberger Bahnhof wurden viele Berufspendler in den frühen Abendstunden von den Ausfällen überrascht – auch Jens Böge (49) aus Barmstedt: „Ich wusste davon nichts – zur Not muss mich jetzt meine Frau abholen“, sagte er. Bahnreisende müssen mit weiteren Warnstreiks rechnen. Betroffene können sich nach Bahnangaben ihre Fahrscheine kostenlos erstatten lassen.

Der bundesweite Warnstreik der GDL von gestern wird von Bahnvorstand Ulrich Weber als „Ablenkungsmanöver“ gewertet. Die GDL will die Bahn mit dem Ausstand dazu zwingen, nicht nur für die Lokführer, sondern auch für das übrige Zugpersonal ein Tarifangebot vorzulegen. Das betrifft insgesamt 17.000 Beschäftigte, vor allem Zugbegleiter und Lokrangierführer.

Claus Weselsky, Chef der Lokführergewerkschaft GDL, möchte ausdrücklich Tarifpluralität, er plädiert für Wettbewerb zwischen den Gewerkschaften. Wenn dabei unterschiedliche Tarifverträge für ein und dieselbe Berufsgruppe herauskommen sollte, sei das kein Drama.

Mehr Informationen:

Die Bahngewerkschaften


Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG)


Sie entstand 2010 aus der Fusion von Transnet und GDBA und hat etwa 210.000 Mitglieder. Die Vorgängerin Transnet wurde 1896 gegründet und gehörte zum Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Die 1948 gegründete Gewerkschaft Deutscher Bundesbahnbeamter und Anwärter (GDBA) hatte Mitglieder aus allen Sparten von Bahn bis Bus. Sie gehörte dem Deutschen Beamtenbund an, kooperierte zuletzt aber in einer Tarifgemeinschaft mit Transnet. (dpa)


Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)


Die 1867 als Verein Deutscher Lokomotivführer gegründete GDL hat etwa  34.000 Mitglieder. In ihr sind nach Gewerkschaftsangaben etwa 80 Prozent der Lokführer bei der Deutschen Bahn und zahlreiche Zugbegleiter organisiert. Die GDL gehört dem Deutschen Beamtenbund an.  (dpa)

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