Ein Artikel der Redaktion

Schenefeld Retter für 17 500 Euro gesucht

Von Christian Brameshuber | 18.01.2013, 01:14 Uhr

Plan B tritt in Kraft - mit sofortiger Wirkung.

Die Stadt sucht einen Retter für die Kultur - für 17 500 Euro. So hoch wäre der jährliche Zuschuss für den Kulturverein Forum gewesen. Doch der wird ab Juni keine Veranstaltungen mehr für die Stadt organisieren. Der Verein hat eine Vertragsverlängerung nach monatelangem Streit mit Politik und Verwaltung abgelehnt (wir berichteten).

Ist der Retter ganz nah? Das Jugend- und Kommunikationszentrum Schenefeld (JUKS) bietet seit 30 Jahren Kultur in der Stadt an. Vor allem Kabarett und Kleinkunst. 220 Sitzplätze gibt es in der Einrichtung im Osterbrooksweg. Keine Frage: JUKS-Chef Kurt Krauß traut sich und seinem Team auch zu, das mit 450 Plätzen viel größere Forum zu bespielen. "Natürlich können wir das. Das ist keine Hexerei. Die Frage ist immer, was sinnvoll ist", betont Krauß. Er sei aber grundsätzlich zu Gesprächen bereit.

17 500 Euro im Jahr von der Stadt: Für Krauß viel Geld. "Darüber würden sich alle Kulturinitiativen zwischen Flensburg und Koblenz freuen." Der JUKS-Chef würde sich auch nicht scheuen, große Orchester wie die Berliner Symphoniker zu holen. "Aber nur, wenn sich das auch wirtschaftlich rechnet. Es bringt nichts, etwas anzubieten, was auch in Hamburg läuft. Schenefelds Angebote dürfen kein Abklatsch des Hamburger Programms sein."

Retter gesucht: Kulturamtschef Axel Hedergott hat bereits ein paar Namen auf einen Zettel geschrieben. "Wir machen Vorschläge. Die Politik entscheidet. Denn auch das neue Angebot wird etwas kosten." Hedergott setzt auf Qualität. "Wir möchten mit Menschen zusammenarbeiten, die nicht für jede Lösung ein Problem haben."

Auf Hedergotts Zettel könnte auch die Hamburger Profibühne Stäitsch GmbH stehen, die die Reihe "Theater im Forum" (TiF) in Schenefeld angeboten hatte, bevor sie 2012 aus Kostengründen aussortiert wurde. Für sieben Veranstaltungen inklusive Plakatierung wollte das TiF 20 000 Euro haben.

Auch die Schenefelder Volkshochschule könnte ein wichtiger Spieler auf dem kulturellen Parkett werden. Sie hat Erfahrungen in der Veranstaltungsorganisation.

Zeitdruck verspürt Hedergott nicht. "Es wird auch ohne den Kulturverein Forum in Zukunft ein vernünftiges Kulturangebot geben."