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Kreisstadt sendet deutliches Signal Pinneberg will neues Zentral-Klinikum und Gründerzentrum in die Stadt holen

Von René Erdbrügger | 07.10.2022, 18:00 Uhr

Großkrankenhaus und Technologiezentrum: Geht es nach der Pinneberger Politik, sollen gleich zwei große Einrichtungen nach Pinneberg kommen. So geht es nun weiter.

Pinneberg bewirbt sich mit zwei Flächen um ein Großkrankenhaus. Nachdem der Ausschuss für Stadtentwicklung und der Umweltausschuss sich dafür ausgesprochen hatten, votierte nun auch die Ratsversammlung am Donnerstag (6. Oktober) einstimmig dafür. Wie shz.de berichtete, geht die Kreisstadt mit zwei Flächen ins Rennen: Zum einen mit dem Ossenpadd, zum anderen mit dem Rehmenfeld.

Die Sitzung der Ratsversammlung stand zunächst auf der Kippe. Nach einer SPD-Fraktionssitzung hatte es einen Corona-Fall gegeben. Als Vorsichtsmaßnahme blieb ein großer Teil der SPD-Ratsmitglieder der Sitzung fern. Lediglich Gabriela Matthies (SPD), die die Ratsversammlung in ihrer Funktion als stellvertretende Bürgervorsteherin leiten musste, und Lena Krenn (SPD), die an der Fraktionssitzung nicht teilgenommen hatte, waren anwesend.

Zur Eröffnung der Ratsversammlung muss mehr als die Hälfte der 41 Ratsmitglieder anwesend sein, also mindestens 21. Das war am Donnerstag der Fall. Wenn weniger als ein Drittel der Ratsmitglieder anwesend ist, ist die Ratsversammlung automatisch beschlussunfähig.

Weil die SPD in der Minderheit war, einigte man sich darauf, nur über Tagesordnungspunkte abzustimmen, für die es einstimmige Mehrheiten gibt. Wie eben der Beschluss für die Bewerbung für ein neues Zentral-Klinikum in Pinneberg und auch die Bewerbung für ein Gründungs- und Technologiezentrum. Standort soll die Parkstadt Eggerstedt sein.

Bürgermeisterin lobt Politik

Zu dem einstimmigen Votum äußerte sich am Freitag (7. Oktober) Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos): „Ein starkes Signal der Politik. Beide Flächen einzureichen, zeigt deutlich: Pinneberg ist gleich zweimal perfekter Standort für einen neuen Gesundheitscampus. Hier bei uns stecken das Potenzial, der Wille und alle Möglichkeiten dafür.“

Die Kreisstadt habe bereits alle Weichen für den Klinikneubau von langer Hand gestellt und sei startklar für den Planungsbeginn dieses Großprojektes. Dies lasse sich insbesondere an fünf Anhaltspunkten ablesen:

  • Alle betroffenen Grundstückseigentümer beider Flächen haben bereits zugesagt, dass sie zum Verkauf bereit seien. Dies sei die vermutlich entscheidendste Voraussetzung für einen Neubau. Ohne die Möglichkeit des Grunderwerbs können und werden die Regio Kliniken das Projekt nicht starten, so die Einschätzung der Verwaltung.
  • Die Aufstellungsbeschlüsse für die Bebauungspläne der beiden Gebiete sind bereits erfolgt. Darum kümmert sich seit Monaten intensiv der Fachbereich Stadtentwicklung unter der Federführung von Bauamtschefin Anja Epper. „Ich danke Frau Epper und ihrem Team für den großartigen Einsatz der vergangenen Monate“, so Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos).
  • Erste Gutachten in Sachen Umwelt, Verkehr und Boden liegen bereits vor und müssen lediglich an der einen oder anderen Stelle etwas nachjustiert werden. Diese Analysen seien in der Regel sehr zeitaufwendig. Ohne sie könne kein verlässliches Baurecht durch einen B-Plan geschaffen werden, so die Verwaltung.
  • Auf beiden Flächen steht einem Neubau nichts im Wege. „Sowohl der Ossenpadd als auch das Rehmenfeld zeichnen sich durch eine einzigartige Kompaktheit aus“, so die Bürgermeisterin. Steinberg: „Es kann sofort mit einem einheitlichen Bau begonnen werden. Die Flächen sind frei – weder ein Abriss noch eine zerfaserte Bebauung aufgrund von beispielsweise bewirtschafteten Bestandsgebäuden sind notwendig.
  • Das Rehmenfeld liegt darüber hinaus in fußläufiger Entfernung zum bisherigen Klinikgelände. „Das bedeutet: Man könnte beispielsweise während der Bauphase oder Übergangszeiten beim Umzug einfach zu Fuß vom Alt- zu Neubau laufen“, so die Bürgermeisterin.

So geht es weiter: Deadline für die Bewerbung der Stadt Pinneberg als Klinikstandort ist der 16. Oktober. Die Entscheidung der Regio Kliniken über eine engere Auswahl möglicher Standorte fällt am 24. November. In einem zweiten Schritt werden die Bewerberstädte über die engere Auswahl informiert und um weitere Unterlagen gebeten. Im Frühjahr 2023 wird dann endgültig über den neuen Standort entschieden.

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