Ein Artikel der Redaktion

Ausstellung in der Galerie Uhlig Pinneberger Künstlerin zeigt Fundstücke für alle in Rellingen

Von Margot Rung | 29.10.2022, 10:00 Uhr

Weil ihre Werke im vergangenen Jahr beim Publikum so gut ankamen, ist Anja Badners wieder in der Galerie von Gerhard Uhlig in Rellingen zu Gast. Zur Ausstellungseröffnung traf sich shz.de mit der Pinneberger Künstlerin zum Gespräch.

In der Werkreihe ‚Arbeiten mit Fundstücken‘ sind rostige Metallteile oder Verbindungen aus Holz und Metall Ausgangspunkt der Bilder in Acryl/Mischtechnik. Anja Badners zeigt dabei erstmals auch Objekte, bei denen sie Fundstücke mit selbst gefertigten, keramischen Werkstücken verbunden hat – und spricht über ihre Leidenschaft, die Quellen ihrer Inspiration und die Freude am eigenen Schaffen.

Wie entsteht Ihre besondere Kunst, was ist die Intention dahinter?

Ich sammle Fundstücke wie rostige Metallteile, an denen die Spuren der Zeit erkennbar sind, die eine Geschichte in sich tragen. Diese wurden von Menschenhand geschaffen und dienten einmal einem Zweck. Das finde ich reizvoll. Mit dem Suchen, Finden und Entdecken beginnt mein Arbeitsprozess.

Können Sie diesen Prozess genauer beschreiben?

Meine Bilder und Objekte entstehen dann durch meine Wahrnehmung des Fundstücks und die Auseinandersetzung mit meinen Assoziationen dazu.

„Es ist mein eigenes Interesse, eine Art von Erforschen, was die Geschichte hätte sein können.“
Anja Badners
Künstlerin aus Pinneberg

Sie sind in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen. Spiegelt sich Ihre ländliche Herkunft in Ihrer Vorliebe, nach Fundschätzen zu suchen?

In gewisser Weise. Ich bin sehr naturverbunden und gern draußen unterwegs. Zufallsfunde in der Natur sind allerdings selten – dort haben derartige Relikte ja auch eigentlich nichts zu suchen. Dennoch gibt es sie, und ich bin auch in der Natur schon fündig geworden.

„Manche Fundstücke sind sehr lange in meinem Besitz.“
Anja Badners
Künstlerin aus Pinneberg

Ihre Arbeiten tragen zumeist keinen Titel. Warum?

Für mich haben sie schon einen, aber ich möchte dem Betrachter nichts vorgeben. Manchmal tragen die Werke auch Namen von Fundorten.

Wie kommt es, dass das Thema Vergänglichkeit sich wie ein roter Faden durch Ihr Schaffen zieht?

Die Fundstücke als Ausgangspunkt meiner Arbeiten sind einerseits aufgeladen mit den Informationen ihrer Geschichte. Andererseits tragen sie meist gleichzeitig die Merkmale des Vergehens wie Abnutzung, das Rosten von Metall, den Verfall von Holz. Ich finde das sehr inspirierend.

Ich sehe auch Bilder, die sich farblich und materialtechnisch von den anderen Werken unterscheiden. Wie kam es dazu?

Ich haben einen alten Laptop auseinander genommen, weil mich die Platinen interessiert haben. Dabei habe ich Folien in der Tastatur gefunden, die ich dann verarbeitet habe.

„Ich gehe gerne auch neue Wege und habe noch so viele Ideen, die ich weiterentwickeln will.“
Anja Badners
Künstlerin aus Pinneberg
Mehr Informationen:

Zu sehen bis zum 24. November in der Galerie Gerd Uhlig, Poststraße 6 in Rellingen.
Künstlergespräch am 17. November um 18 Uhr.
Finissage am 24. November um 18 Uhr.
Anja Badners ist anwesend am 10. und 12. November.
Öffnungszeiten Galerie Gerd Uhlig: Donnerstag bis Sonnabend von 16 bis 18 Uhr.

Noch keine Kommentare