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Kreis Pinneberg Flammen, Schlägereien und Überfalle

Von Bernd Amsberg | 02.01.2013, 01:14 Uhr

"Unruhig wie schon lange nicht mehr" war der Jahreswechsel war aus Sicht der Feuerwehren im Kreis Pinneberg: Zwischen 18 Uhr am Silvesterabend und 6 Uhr am Neujahrsmorgen gab es 35 Einsätze für die ehrenamtlichen Brandbekämpfer.

Darunter waren die Großfeuer in Rellingen und Heist.

Mit insgesamt 175 Einsätzem, davon 48 vor, 127 nach Mitternacht, musste die Polizei etwa doppelt so auf ausrücken, wie an normalen Wochenenden. Dennoch, so Polizeisprecherin Sandra Mohr, war es ein friedlicher Jahreswechsel. Ursache für die hohen Einsatzzahlen seien in erster Linie kleinere Anlässe gewesen, darunter auch Streitigkeiten und Ruhestörungen.

Weniger friedlich ging es kurzfristig während einer Tanzveranstaltung in der EMTV-Halle in Elmshorn zu. Dort erlitt ein 27-Jähriger ein Nasenbeinbruch, weil er der Freundin eines Anderen zu nahe kam, wie der später vorläufig festgenommene 20-jährige Beschuldigte angab.

Gleich zwei Strafanzeigen wegen Raub und Körperverletzung handelte sich eine bislang unbekannte Gruppe ein, die gegen 1.30 Uhr am S-Bahnhof in Halstenbek für einen Polizeieinsatz sorgte. Zunächst fiel den acht bis zehn Personen ein 15-jähriger Halstenbeker zum Opfer. Ihm wurde ins Gesicht geschlagen. Bei der Fahndung nach den Räubern, die mit seinem Rucksack geflüchtet waren, machte ein weiterer Geschädigter auf sich aufmerksam. Der 18-jährige Pinneberger teilte den Polizisten mit, ebenfalls geschlagen worden zu sein. Die Ermittler gehen von den selben Tätern aus. Sie sind offenbar mit der S-Bahn in Richtung Hamburg gefahren.

Erfreulich aus Sicht der Polizei: Nicht häufiger als sonst fielen betrunkene Autofahrer auf. Schwere alkoholbedingte Unfälle gab es nicht. In Tornesch traten Randalierer von neun Autos, die in der Straße An der Kirche standen, die Seitenspiegel ab.

Alle Hände voll zu tun hatten die Mitarbeiter der Zentralen Notaufnahmen (ZNA) der Regio-Kliniken in der Neujahrsnacht: In Pinneberg wurden am Silvestertag und am Neujahrsmorgen bis 6 Uhr insgesamt 50 Patienten unfallchirurgisch versorgt. "Für einen Feiertag ist das viel", sagt die Leiterin der Pinneberger ZNA, Michaela Maring. Ruhiger war die Lage in Elmshorn. Dort mussten zwischen Mitternacht und 8 Uhr zwölf Personen unfallchirurgisch versorgt werden. Außer Verbrennungen mussten die Mitarbeiter der Notaufnahme Platzwunden nach alkoholbedingten Stürzen oder Schlägereien versorgen. Besonders schlimm hatte es einen 20 Jahre alten Mann getroffen, der sich nach dem Zünden eines illegalen Böllers derart schwere Brandverletzungen am Bein zugezogen hatte, dass er stationär in der Pinneberger Klinik aufgenommen werden musste. In Elmshorn mussten zwei Opfer einer Körperverletzung über Nacht versorgt werden und in Wedel verbrachte ein 18-Jähriger die Nacht aufgrund einer Alkoholvergiftung auf der Intensivstation. Insgesamt wurden sieben Patienten in Folge silvestertypischer Verletzungen stationär aufgenommen. Die anderen Verletzten konnten nach einer ambulanten Versorgung die Krankenhäuser wieder verlassen.