Ein Artikel der Redaktion

Pinneberg/Kaltenkirchen Die große Angst vor den Mega-Märkten

Von Andreas Daebeler | 01.02.2013, 01:14 Uhr

Angst geht um.

In Elmshorn. In Norderstedt. Und eben auch in Pinneberg. Die geplante Erweiterung des Einkaufszentrums Dodenhof in Kaltenkirchen - Kommunen machen mobil. Eine Resolution wird auf den Weg gebracht (wir berichteten). Im Gespräch mit unserer Zeitung äußert sich Pinnebergs Wirtschaftsförderer Stefan Krappa zu den XXL-Plänen Dodenhofs. Er schlägt Alarm.

Von Kaltenkirchen nach Pinneberg - mit dem Auto dauerts eine gute halbe Stunde. Knapp 40 Kilometer Entfernung sind für Krappa jedoch beileibe kein Grund, aufzuatmen. "Das Einzugsgebiet dieser Märkte ist erheblich größer", sagt er. So greife etwa das ebenfalls kürzlich eröffnete Outlet-Center in Neumünster Kunden von Hamburg bis zur dänischen Grenze ab. "Da tobt ein Verdrängungswettbewerb", so Krappa. Einer der Verlierer könne Pinneberg sein. Die Giganten auf der Grünen Wiese torpedieren Bemühungen der Städte und Gemeinden, ihre Innenstädte zu stärken. Pinneberg etwa investierte in den vergangenen Jahren massiv in die Attraktivität der Fußgängerzone. Zudem laufen Verhandlungen mit Investoren. Ziel ist der Bau einer zweiten Einkaufspassage. Vor allem Textilanbieter sollen angelockt werden. Ein Sektor, den auch Dodenhof verstärkt ins Visier nimmt. Das Unternehmen will seine Verkaufsfläche in Kaltenkirchen um 12 200 Quadratmeter auf mehr als 60 000 Quadratmeter erweitern - und neben Möbeln auch Bekleidung, Schuhe, Sportartikel, Lederwaren sowie Schmuck und Brillen verkaufen. "Für uns ist das kontraproduktiv", sagt Krappa mit Blick in die ohnehin von Leerstadt geplagte Pinneberger City. "Wir haben große Bedenken, müssen jetzt ein deutliches Signal senden." Bürgermeisterin Urte Steinberg habe die Resolution bereits unterschrieben. Hintergrund: Die Dodenhof-Erweiterung weicht von den Zielen der Landesplanung ab.