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Timmendorfer Strand : Zwischen Kritik und Applaus

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kreisfeuerwehrtag in Timmendorfer Strand: Sinkende Mitgliederzahlen in den Wehren, aber Aufwärtstrend beim Nachwuchs.

Der Kongresssaal im Maritim Seehotel Timmendorfer Strand bildete den räumlichen Rahmen für den diesjährigen Kreisfeuerwehrtag, zu dem am vergangenen Sonnabend über 400 Teilnehmer, davon 223 Delegierte der Ortsfeuerwehren im Kreis Ostholstein, gekommen waren.

Auch viel regionale Prominenz fand sich ein: Timmendorfs Bürgermeisterin Hatice Kara, der stellvertretende Landrat Timo Gaarz, der neue Leiter der Polizeidirektion Lübeck Norbert Trabs mit Pressesprecher Stefan Muhtz und der Propst des Kirchenkreises Ostholstein Dirk Süssenbach waren unter den Ehrengästen.

Der Jahresrückblick des Kreiswehrführers Thorsten Plath hatte Erfreuliches wie weniger Angenehmes zum Inhalt. Kritisch sah Plath die Tendenz in einigen Orten, wegen sinkender Mitgliederzahlen die Wehren aufzulösen oder kleinerer Ortswehren zusammenzulegen.. Er appellierte an die Gemeindevertreter, sich bei den Bürgern für das Mitmachen in den Feuerwehren einzusetzen.

Positiv bewertete der Kreiswehrführer derzeitigen Aus- und Fortbildungsstand sowie die Vernetzung der regionalen Wehren, was sich bei den außerordentlich vielen und oft langwierigen Großeinsätzen im Jahr 2016 mit teilweise bis zu 260 Einsatzkräften vor Ort bewiesen habe. Eine erfreuliche Entwicklung sah er auch in der Einführung des Digitalfunks. Viel Kritik gab es anfangs am Alarmierungssystem der neuen Rettungsleitstelle Süd (IRLS). Doch diese funktioniere nun – unter anderem durch ein Software-Update – zuverlässig. Mitunter stehe allerdings die Zahl der angeforderten Feuerwehrleute in keinem Verhältnis zur Dringlichkeit des Problems – was allerdings naturgemäß im Vorfeld schwer zu beurteilen sei. Auch durch Vermeidung von Fehlalarmen könnte mancher Betreiber von Brandmeldeanlagen zur Entlastung der Feuerwehr beitragen. Die Anzahl der Fehlalarme betrug laut Statistik aus dem Jahresbericht 2016 immerhin 15,01 Prozent am Gesamtaufkommen der Einsätze.

Eine besondere Anerkennung zollte Plath der psychosozialen Unterstützung durch hauptamtliche Pastoren und ehrenamtliche Kräfte der Feuerwehren. Diese Hilfe sei für die besonders bei schweren Verkehrs- und Bahnunfällen mit dem Leid der Betroffenen konfrontierten Retter unentbehrlich.

Von einem erfreulichen Aufwärtstrend konnte Jugendwart Hartmut Junge berichten: 204 Neuzugänge gab es 2016 bei den Jugendfeuerwehren; damit erhöhte sich die Gesamtmitgliederzahl von 806 im Vorjahr auf 818. Platz 1 bei den Neuzugängen hält die Jugendfeuerwehr Bad Schwartau-Rensefeld mit 18 Neueintritten. Die Jugendfeuerwehren, so Junge, verstehen sich auch als Pioniere in Sachen Inklusion und legen Wert darauf, ihr Angebot auch für Jugendliche mit Behinderungen zu öffnen.


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