Zweite Chance für 37-Jährigen

Straftat im Vollrausch am Plöner Edeka-Neukauf-Markt - Betrunkene stahlen Alkohol und Lebensmittel und beleidigten Polizisten

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07. Oktober 2011, 08:33 Uhr

Plön | Eine "zweite Chance" hat ein 37-Jähriger vor dem Plöner Amtsgericht erhalten. Nur sein lupenreines Führungszeugnis bewahrte ihn vor einer ersten Strafe. Nachdem er es nicht wie seine zwei Saufkumpanen schaffte, nach einer ersten Verurteilung 70 Arbeitsstunden zu leisten, muss der Plöner jetzt eine Geldbuße von 500 Euro innerhalb von zwei Monaten zahlen.

Es war vor fast genau einem Jahr wohl ein ziemliches Saufgelage. Mit zwei weiteren Kumpanen schleppte E. zwei Einkaufswagen und Rucksäcke voller Alkohol und ein paar Lebensmittel an der Kasse vorbei aus dem Plöner Edeka-Neukauf-Markt von Arne Ley. Mitarbeiter alarmierten die Polizei, die wenig später Alkoholika und einen kleinen Käse im Wert von zusammen 242,93 Euro sicherstellte.

Allerdings mussten sich die beiden Beamten der Polizeizentralstation Plön auch vom völlig betrunkenen Kai E. heftig beschimpften und beleidigen lassen. 2,75 Promille Alkoholgehalt hatte sein Blut noch 45 Minuten nach der Tat. Der Staatsanwalt warf dem ledigen Arbeiter eine "fahrlässige Rauschtat" vor. Kai E. jedenfalls konnte sich auch jetzt vor Gericht an nichts erinnern. "Viel kann ich nicht sagen, ich kann es mir gar nicht vorstellen", stammelte er.

In einer ersten Verhandlung war Kai E. - ebenso wie seine Saufkumpanen - im Januar zu 70 unbezahlten Arbeitsstunden verurteilt worden, die er innerhalb von sechs Monaten zu leisten hatte. Danach sollte das Verfahren eingestellt werden. Während seine Mitangeklagten die gerichtlich verfügte Arbeit leisteten und ihr Verfahren auch tatsächlich eingestellt wurde, kümmerte sich E. erst einen Monat vor Ablauf der Frist um die Ableistung der Arbeitsstunden. Sein formulierter Antrag, die Strafe von Arbeitsstunden in Geld umzuwandeln, sei offenbar in der Verwaltung des Amtsgerichts nicht weiter verfolgt worden, sagte er im Prozess.

Hinzu seien auch Krankheiten gekommen, die ihm nur insgesamt acht Arbeitsstunden ermöglicht hätten. Entlastende Atteste allerdings blieb er auch zur zweiten Verhandlung schuldig. Kai E., der als Ein-Euro-Jobber Schulbusbegleiter ist, sprach von zwei Bandscheibenvorfällen und einer Sehnenscheiden-Entzündung, die ihn an die Aufnahme der Arbeit hinderten.

"Das ist meine Schuld, ich habe das verhauen", sagte er reumütig. E. entschuldigte sich auf Anraten des Staatsanwaltes vor dem Gericht auch bei den vier geladenen Zeugen - die beiden Polizeibeamten, Kaufmann Arne Ley und einer Mitarbeiterin. Sie mussten nicht mehr aussagen. Kai E. muss neben der 500-Euro-Strafe für die Kosten des Verfahrens aufkommen.

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