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Malente : Zweistellige Millionenbeträge für Hängebargshorst

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der iranisch-stämmige Projektentwickler Ahmad Djabbari-Hagh will aus der ehemaligen Reha-Klinik hochwertiges betreutes Wohnen schaffen.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2014 | 17:45 Uhr

Eigentümer von Hängebargshorst ist die „Holge S-Holstein Grundstücksentwicklungsgesellschaft“ mit Sitz in Hamburg. Ihr Organisationsleiter Jens Wollschläger machte sich am Sonnabendvormittag ein erstes Bild von der Lage nach dem Feuer. „Eigentlich wollte ich am Sonntag mit dem Projektentwickler und Geschäftsleuten hierherkommen, um konzeptionell weiterzudenken“, berichtete Wollschläger. Und am Dienstag hätten Handwerker kommen sollen, um Ausbesserungsarbeiten an einigen Mauern auszuführen. Daraus wird voraussichtlich nichts. Die Kripo hat das gesamte Gebäude beschlagnahmt, der Zutritt ist verboten.

Hinter der „Holge“ stehe Ahmad Djabbari-Hagh, ein Deutscher mit iranischen Wurzeln, der als internationaler Projekt- und Anlagenentwickler tätig sei, berichtete Wollschläger. Der in Hamburg aufgewachsene Geschäftsmann habe bereits ein Stahlwerk gebaut, aber auch die größte Universität in den Vereinigten Arabischen Emiraten. In St. Andreasberg im Harz solle demnächst der Startschuss für den Umbau der ehemaligen Rehberg-Klinik zu einem Rehberg-Resort fallen. Dort würden 62 Millionen Euro investiert. In Medienberichten ist von einem Luxushotel die Rede, das von der Kempinski-Gruppe betrieben werden soll.

Stattlich klingt auch die Summe, die Wollschläger für Krummsee nennt: „In der ersten konzeptionellen Planung steht eine Investitionssumme von 37 Millionen Euro.“ Dafür soll auf dem ehemaligen Klinikgelände ein hochwertiges betreutes Wohnen für 70 bis 100 Menschen entstehen, bei dem auch Wohnraum für Angehörige oder Freunde geboten werden soll. Außerdem geplant seien ein Kaufladen, ein Café ein Fahrdienst zu kulturellen Angeboten bis nach Hamburg sowie eine Kita, in der vor allem die eigenen Mitarbeiter ihre Kinder betreuen lassen könnten. Auch Hospizzimmer seien vorgesehen, damit die Bewohner am Lebensende in ihrer gewohnten Umgebung bleiben könnten. Wollschläger spricht von „Community Living“, einem „sozialen Zusammenleben von Jung und Alt“.

Man habe das Klinikgebäude aufgrund seiner hervorragenden Substanz erworben, sagte Wollschläger. Es solle einiges neu gebaut und nur weniges abgerissen werden. Trotz des Feuers zeigte sich Wollschläger gelassen: „Das wirft uns nicht zurück, auch wenn es uns beeinträchtigt und die Kosten steigert.“ Einsturzgefahr bestehe zwar nicht, jedoch müssten beispielsweise Statiker nun abklären, ob das Mauerwerk beschädigt worden sei. Er erwäge, einen Sicherheitsdienst zu beauftragen, der sich um das Gebäude kümmere, sagte Wollschläger angesichts der Einbruchs- und Vandalismusspuren. Damit habe man nicht gerechnet, im Harz seien solche Probleme nicht aufgetreten, obwohl das Gebäude dort außerhalb liege.

Mit den konkreten Planungen für Krummsee will die „Holge“ beginnen, wenn der Umbau der Reha-Klinik im Harz starte. Denn dann seien die derzeit noch im Harz beschäftigten Planer frei für neue Aufgaben, sagte Wollschläger. Das werde zeitnah, noch in diesem Jahr geschehen. Einen genauen Zeitplan für das Vorhaben in Krummsee könne er nicht nennen. Dafür gebe es bei solchen Planungen zu viele Unwägbarkeiten.

Ursprünglich gehörte Hängebargshorst der Landesversicherungsanstalt (heute Rentenversicherung Nord), die dort eine Reha-Einrichtung für Orthopädie- und Herzkreislauf-Patienten betrieb. Im Mai 2006 wurden die Aktivitäten in Krummsee in den Neubau der Mühlenberg-Klinik in Malente verlegt. Seitdem steht das Gebäude auf dem 12,5 Hektar großen Gelände mit Tennisplatz und Minigolfanlage leer. Mitte 2011 erwarb die „Holge“ die Liegenschaft. Seit August 2013 steht sie nach Wollschlägers Angaben im Grundbuch.

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