Ostholstein : Zwei Tage Orkan und tödliche Glätte

Ein typischer Sturmeinsatz: Auf der K53 zwischen Hutzfeld nach Bosau war gestern im Sturm in fünf Metern Höhe eine Birke abgeknickt.
Ein typischer Sturmeinsatz: Auf der K53 zwischen Hutzfeld nach Bosau war gestern im Sturm in fünf Metern Höhe eine Birke abgeknickt.

Eine Hamburgerin (49) stirbt Sonntagmorgen bei einem Unfall auf der Autobahn. Am Wochenende gab es gut 1500 Sturmeinsätze.

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11. Januar 2015, 13:40 Uhr

Ein wahrhaft stürmisches Wochenende mit zwei durchziehenden Orkantiefs liegt hinter den Menschen im Norden. Für viele Feuerwehren gab es reichlich zu tun, in den meisten Fällen ging es um die Beseitigung von Bruchholz.

Tödliche Folgen hatten die Wetterkapriolen gestern Morgen um 10.21 Uhr bei einem Unfall auf der Autobahn 1 in Richtung Norden kurz vor der Abfahrt Scharbeutz: Eine 49-jährige Pkw-Fahrerin aus Hamburg starb, ein 77-Jähriger Hamburger wurde lebensgefährlich verletzt.

Nach Auskunft der Polizei war es durch Hagel zu einer spiegelglatten Fahrbahn gekommen, auf der die beiden Pkw der Marke Mercedes ins Schleudern gerieten. Der Pkw des 77-jährigen sei frontal auf die hintere rechte Fahrzeugecke des Pkw der 49-jährigen Hamburgerin geprallt; der Pkw des 77-jährigen kam quer zur Fahrtrichtung an der Mittelschutzplanke zum Stehen, das Auto der 49-jährigen entgegen der Fahrtrichtung auf dem Standstreifen.

Durch den Aufprall erlitt die 49-jährige Frau so schwere Kopfverletzungen, dass sie am Unfallort starb. Ihr 13-jähriger Sohn wurde leicht verletzt. Bei dem 77-jährigen Fahrer besteht akute Lebensgefahr. Der Notarzt wurde mit dem Rettungshubschrauber Christoph 12 eingeflogen. Die Fahrzeuge wurden sichergestellt.

Dem Fahrer eines mit sieben Personen besetzten, nachfolgenden VW Turan gelang es, den beiden Unfallfahrzeugen auszuweichen. Der Kleinbus landete zwar im Graben neben der Fahrbahn, alle Insassen kamen aber mit dem Schrecken davon.

Die Polizei sperrte die Autobahn Richtung Norden komplett ab. Bis zur Öffnung eines Seitenstreifens vergingen gut zwei Stunden. Der Verkehr hatte sich in Richtung Norden bis zur Abfahrt Pansdorf gestaut.

Nach einer Bilanz der Sturmeinsätze des Landesfeuerwehrverbandes waren bis gestern morgen landesweit knapp 1500 Feuerwehreinsätze erfolgt, fast ausnahmslos umgeknickte Bäume oder lose Äste, wegfliegende Dachpfannen oder Verkehrsschilder. Am Freitag wurden zwei Menschen bei Trittau verletzt, als ihr Auto von einem umstürzenden Baum getroffen wurde.

Der Südosten des Landes war am stärksten betroffen: In Lauenburg, Stormarn und Ostholstein gab es Freitag 328 Einsätze, Sonnabend 291. Die Leitstelle Mitte verzeichnete für Kiel, Rendsburg-Eckernförde und den Kreis Plön 174 Einsätze nur am Sonnabend.

Mehr zum lokalen Sturmgeschehen: Seite 5

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