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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 11:34 Uhr

Zwei Stunden Freizeit für den König

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Landmaschinenschlosser Rüdiger Thun aus Bujendorf wurde beim zweiten Versuch neuer Schützenkönig des Geselligen Vereines

von
erstellt am 31.Aug.2015 | 11:15 Uhr

Der spärliche Rest des Vogels beim Königsschießen in Bujendorf fiel Sonntag um 20.17 Uhr in der 48. Runde zu Boden: Mit dem 191. Schuss wurde Rüdiger Thun bereits beim zweiten Versuch der neue Schützenkönig des Geselligen Vereines. Vielleicht half tatsächlich, dass Thun unter den vier Bewerbern den größten und vor allem lautesten Fanclub hatte. Schon zum Festumzug ließen dessen Angehörige keinen Zweifel daran, wer in diesem Jahr den Vogel abschießen werde.

Neben der Königskette, Pokal, Bierkrug und Suppenkelle als Insignien seiner Herrschaft gab es für den gelernten Landmaschinenschlosser vom Arbeitgeber für Montag einen um zwei Stunden nach hinten verlegten Arbeitsbeginn – nach einer ausgedehnten Feier zu Ehren des neuen Königs sicher ein willkommenes Geschenk für den 35-Jährigen.

Viel länger hätte das Vogelschießen an dem Abend nicht dauern dürfen. Bei beginnender Dämmerung über der Festwiese hatte die Freiwillige Feuerwehr bereits alles zur Ausleuchtung herbeigeschafft.

Ein Grund für den späten Königsschuss war ein verzögerter Beginn des Schießens. Mit 45 Minuten Verspätung gab Peter Kramer erst um 18.45 den ersten Schuss auf den Vogel ab. Da hatte dieser noch Kopf und Schwanz.

Anfänglich sah es noch nach einem baldigen Ende aus. In einer der ersten Runden schoss der frisch gebackene Anwärter Manfred „Manni“ Kalfier die bemalte oberste Platte vom Rumpf des Vogels ab. Kurz darauf hatte der spätere König den Kopf des Vogels im Visier. Mit einem Schuss drehte er ihn, brachte ihn aber nicht zu Fall.

Das tat eine Stunde später Albrecht Dudy, der den Rumpf samt Kopf und Schwanz abschoss und kurz für den König gehalten wurde. Am Zapfen in luftiger Höhe hingen jedoch noch letzte Reste des standhaften Federviehs. Dudy blieben als Trost die Löffel als Trophäe für die beiden Teile des Vogels. Viele Zuschauer hätten Peter Kramer den Königsschuss gegönnt. Aber auch im 16. Jahr als Anwärter wurde daraus nichts. So erspart er aber dem Geselligen Verein von 1898 die Aufgabe, ihren König aus dem mecklenburgischen Bützow abzuholen.

Der frisch gebackene König macht es den Bujendorfern da leichter. Er stammt wie die Vorgängerin Regina Spieckermann aus dem Dorf. Sie hatte sich am Morgen mit dem Königsfrühstück aus dem Amt verabschiedet.

Um den Titel „König und Königin des Kindervogelschießens“ ging es bereits am Sonnabend. In vier Altersklassen traten 77 Kinder in den Wettbewerb. Für alle gab es am Ende Preise für die
zuvor Spenden in Höhe von 1863,40 Euro gesammelt wurden.

„Mini“-Könige wurden
Frida Noth und Erik Herbst. Bei den „Kleinen“ tragen
Jule Ullmann und Hendrik Thun die Krone. Hermine Flenker und Bjarne Damerau sind das „Mittlere“ Paar, während bei den „Großen“ die Geschwister Swantje und Linus Kloth regieren. Alle Königspaare durften im Festumzug mitfahren.

21 Fahnenabordnungen und zwei Musikkapellen gaben den festlichen Rahmen für das Schützenfest, das vom Wetter begünstigt war. Der einzige Schauer ging am Sonntag kurz vor dem Umzug nieder und verzögerte seinen Start nur ein wenig.



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