Kirchenkreis Ostholstein : Zwei Propstwahlen in 2014?

Die Synodalen des Kirchenkreises Ostholstein haben allmählich Übung  im Wählen.  Foto: döbler/hfr
Die Synodalen des Kirchenkreises Ostholstein haben allmählich Übung im Wählen. Foto: döbler/hfr

Propst Wiechmann sieht mit Sorge auf die fällige Regelung seiner Nachfolge zum Herbst des nächsten Jahres

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08. Juni 2013, 09:42 Uhr

Eutin | Die neun Mitglieder des Pröpstewahlausschusses im Kirchenkreis Ostholstein sehen sich massiver Kritik ausgesetzt, nachdem es am Donnerstag in der Synode keine Mehrheit für den einzigen Personalvorschlag des Gremiums gegeben hatte. "Das Poblem liegt in diesem Ausschuss, in dem keine Verständigung auf zwei Kandidaten möglich erscheint", reihte sich gestern auch Propst Matthias Wiechmann in die Kritikerschar ein.

Bereits in der Sitzung der Synode hatte ein Misstrauensantrag gegen den Wahlausschuss fast die Zwei-Drittel-Mehrheit erhalten, die für eine Beschlussfassung noch vor der Propstwahl in Neustadt gesorgt hätte. Pastor Thomas Vogel aus Timmendorfer Strand begründete den Antrag damit, dass die Synode klar die Aufstellung von mindestens zwei Kandidaten gefordert habe.

Jetzt steht sein Antrag auf der Tagesordnung der nächsten Synodentagung. Abgewählt werden könnten allerdings weder der Ausschuss noch einzelne Mitglieder, stellte der Bischofsvertreter Gothard Magaard klar. "Es besteht lediglich die Möglichkeit, dass Ausschussmitglieder, ihre Vertreter oder der ganze Ausschuss zurücktreten", ergänzte Synodenpräses Peter Wendt.

Margaard legte dar, dass dem Ausschuss mehrere Bewerbungen für die Nachfolge von Propst Kramer vorgelegen hätten, jedoch: Die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit für einen Vorschlag habe im Ausschuss nur Pastor Wolfgang Schmidt erzielt. Er fand dann nicht die notwendige Zustimmung der Synode, so dass die Propstwahl zum zweiten Mal misslang.

Propst Wiechmann lehnte es gestern entschieden ab, in dem Wahlfiasko ein Scheitern der 2009 erfolgten Fusion der ehemaligen Kirchenkreise Eutin und Oldenburg zu sehen. Wörtlich: "Das Gegeneinander ist nicht zwischen Nord und Süd, sondern quer durch die Synode." Der Kirchenkreis Ostholstein sei bereits ein gutes Stück zusammengewachsen.

"Wir haben eine funktionierende Verwaltung, baulich ist vieles unter einem Dach, wir sind inhaltlich ganz gut weitergekommen, die Dienste und Werke sind kreisweit aufgestellt und werden im Bereich der Diakonie noch ausgebaut." Daher sei er optimistisch, dass eine dritte Ausschreibung der zweiten Propstenstelle wieder Bewerber finden werde. Wiechmann plädierte dafür, mit dem neuen Auswahlverfahren nicht lange zu warten.

Da er Ende Oktober 2014 in den Ruhestand gehe, müsse früh im nächsten Jahr auch seine Nachfolge geregelt werden. Dafür wird ein eigener Wahlausschuss gebildet. Die zeitliche Nähe beider Wahlen sei bedenklich: "Wir können es uns nicht erlauben, über viele Monate uns davon still legen zu lassen." Wiechmanns Petitum für die Regelung seiner Nachfolge: "Ich wünsche mir für die Wahl mindestens eine Bewerberin und einen Bewerber."

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