Zarnekau : Zwei Katzen mit großer Reiselust

Die meisten Katzen fürchten Motoren und Autos, Greta und Charly finden auch bei verschidenen Autos ein Schlupfloch. Foto: krauskopf
1 von 2
Die meisten Katzen fürchten Motoren und Autos, Greta und Charly finden auch bei verschidenen Autos ein Schlupfloch. Foto: krauskopf

Greta und Charly aus Zarnekau haben keine Angst vor Autos und ungewöhnlichen Plätzen für "Blinde-Passagier-Ausflüge".

Avatar_shz von
09. September 2011, 10:56 Uhr

Zarnekau | Flucht ist die natürliche Reaktion der meisten Katzen, wenn sie einen Motor hören oder ein Kraftfahrzeug sehen. Der Zarnekauer Landwirt Tim Voß hat seit drei Wochen ein Paar junge Katzen, die offensichtlich von Autos magisch angezogen werden. Drei Mal sind sie in den vergangenen Tagen als "blinde Passagiere" unterwegs gewesen, und offensichtlich haben sie es dabei immer geschafft, einen Platz im Motorraum zu finden.

Greta und Charly hatte eine Mieterin auf dem Hof im historischen Ortskern von Zarnekau die beiden graugetigerten, sehr zutraulichen Katzen getauft. Über einen Bekannten war Tim Voß das etwa vier Monate alte Geschwisterpaar als neue Hofbewohner und Mäusejäger vermittelt worden.

Mit einem Mitarbeiter des Hofes, der in Süsel wohnt, gingen sie zum ersten Mal auf Reisen: Als der Mann mit seinem Pkw der Marke BMW die zehn Kilometer nach Hause fuhr, saßen die beiden Katzen offenbar unter der Motorhaube. Er traute kaum seinen Augen, als er kurze Zeit nach der Heimkehr das Pärchen auf seinem Grundstück entdeckte.

Kapitel zwei des TramperLebens schrieb Greta allein: Sie fuhr im Pkw der Mieterin, einem Mitsubishi Colt, mit zu deren Arbeitsstätte. Während die junge Frau ahnungslos ihren Dienst in einem Baumarkt antrat, ging die junge Katze auf dem Parkplatz auf Entdeckungstour, wurde von dem Personal einer Bäckereifiliale entdeckt und genoss dort sichtbar angebotene Fütterungshappen.

Unter dem Baumarkt-Personal verbreitete sich die Nachricht über das kleine, süße, zutrauliche Kätzchen, die schließlich auch die Zarnekauerin erreichte.

Als "besondere Leistung" von Greta empfindet Tim Voß, dass die Katze nicht das Auto verließ, als die Mieterin auf dem Weg zur Arbeitsstätte einen Stopp an einer Tankstelle eingelegt hatte. "Wer weiß, was aus ihr geworden wäre, wenn sie an der Tankstelle ausgestiegen wäre."

Kapitel drei der Reisegeschichte schrieb das Paar diese Woche wieder gemeinsam: Tim Voß beschlich eine Ahnung, als die beiden Katzen nicht zur morgendlichen Fütterung kamen. Er erkundigte sich bei Nachbarn, die tags zuvor Besuch hatten, ob die beiden reiselustigen "Stubentiger" vielleicht mit den Besuchern abgereist waren?

Seine Ahnung war richtig: Greta und Charly hatten auch bei dem Seat Ibiza einen Weg unter die Motorhaube gefunden und waren vier Kilometer nach Röbel mitgefahren. Dort kletterten sie aus dem Wagen, nachdem er in einer Garage abgestellt worden war.

Als die Autobesitzer Antje und Udo Kock am nächsten Morgen die Garagentür öffneten, kamen ihnen die beiden Katzen entgegen und strichen ihnen sofort um die Beine. "Wir hatten keine Ahnung, wie sie in die verschlossene Garage gekommen waren. Aber auf die Idee, dass sie von Zarnekau mitgefahren waren, sind wir natürlich nicht gekommen", schildert Udo Kock.

Da die beiden Kätzchen offensichtlich nicht aus der Nachbarschaft stammten, brachte das Ehepaar sie ins Eutiner Tierheim, noch bevor Tim Voß seine Suche begonnen hatte. Der Landwirt holte sie wenig später ab - mit dem Rat, den beiden ausflugsfreudigen Tieren einen Chip einsetzen zu lassen, der Informationen über ihre Herkunft trägt.

Gestern waren Greta und Charly beim Tierarzt. Beide haben jetzt einen Datenchip unter der Haut. Und auf dem Hof Voß sowie in der Nachbarschaft schauen viele erst unter die Motorhaube, bevor sie mit ihrem Auto losfahren.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen