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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 18:47 Uhr

Zweckverband blickt gespannt nach Kiel

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Entwicklung bei den Stadtwerken Kiel betrifft auch die ZVO Energie GmbH

Noch sind es nur Mutmaßungen: Zehn Jahre nach dem Einstieg der Kieler Stadtwerke taucht hinter ihrer künftigen Beteiligung an der ZVO Energie GmbH insgeheim ein Fragezeichen auf. Dafür sorgt die Ankündigung der Mannheimer MVV Energie AG, möglicherweise ihre Mehrheitsanteile an dem Kieler Unternehmen ganz aufzugeben – mit welchen Folgen für die ZVO-Tochter?

Der von der Stadt Mannheim dominierte MVV Energiekonzern, mit 4 Milliarden Euro Jahresumsatz einer der Branchenriesen, hat Anfang Mai öffentlich erklärt, den 300 Millionen Euro teuren Neubau eines Gaskraftwerkes in Kiel-Dietrichsdorf nicht mehr mitzutragen. Zudem verlautete, dass MVV einen Verkauf seiner 51 Prozent Anteile an den Stadtwerken Kiel plant. Die Stadt Kiel sieht sich aber, wie berichtet, zu einem Rückkauf finanziell nicht in der Lage.

„Für den Fall, dass der MVV-Konzern bei den Kielern Stadtwerken aussteigt, ist der Zweckverband Ostholstein weitgehend vorbereitet“, reagierte ZVO-Verbandsdirektor Heiko Suhren gestern auf die Entwicklung. Seine Begründung: In den 2004 geschlossenen Verträgen, mit denen die Stadtwerke Kiel 49.9 Prozent der Gesellschaftsanteile an der Gas und Wasser vertreibenden ZVO Energie GmbH übernahmen, sei mit einer entsprechenden Klausel Vorsorge getroffen worden.

Suhren: „Demnach kann der Zweckverband in dem Fall, dass sich die Mehrheitsverhältnisse erheblich verändern, was bei einem Ausstieg der MVV so wäre, die Anteile der Stadtwerke Kiel an unserem Tochterunternehmen zurückholen. Hierzu sind allerdings offizielle Bekundungen notwendig, die bisher nicht erfolgt sind.“

Damit sei in nächster Zukunft auch nicht zu rechnen, stellte Wolfgang Podolske, Pressesprecher der Stadtwerke Kiel, auf OHA-Anfrage klar. Wörtlich: „Unabhängig von der zukünftigen Eigentümerstruktur bei den Stadtwerken Kiel planen wir zurzeit keine Veränderung an unserem Beteiligungsverhältnis an der ZVO Energie GmbH.“

Beim ZVO ist trotzdem Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Sprich: Verbandsdirektor Suhren macht öffentlich schon einmal deutlich, dass der Verband als Mehrheitseigner bei seinem Tochterunternehmen weiterhin auf einen Partner setzt, bei dem nicht in erster Linie die Profitabilität der Gradmesser ist. Im Vordergrund habe „eine Leistung der Daseinsvorsorge zu vertretbaren Preisen“ für die Bürger zu stehen. Heiko Suhren: „Das ist das Ziel und der Maßstab für unser Handeln.“





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erstellt am 13.Mai.2014 | 13:50 Uhr

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