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Ostholsteiner Anzeiger

16. August 2017 | 17:47 Uhr

ZVO kauft Anteile zurück

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gas- und Trinkwasserversorger kommt wieder in rein kommunale Hand / Stadtwerke Kiel wollen Erlös in neues Gasheizkraftwerk stecken

Der Zweckverband Ostholstein (ZVO) übernimmt wieder die volle Kontrolle über seine Unternehmenssparten. In der Entsorgungssparte wurde dieser Prozess bekanntlich im vergangenen Jahr durch ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Schleswig in Gang gesetzt. Gestern hat die Verbandsversammlung bei ihrer Tagung im Bürgerhaus Ernst und Elly Prüß in Ahrensbök einstimmig beschlossen, von den Kieler Stadtwerken auch die Anteile der ZVO Energie GmbH zurückzukaufen. Diese ist für die Erdgas- und Trinkwasserversorgung zuständig. Der Geschäftsbereich „Entwässerung“ ist seit jeher voll in ZVO-Hand.

„Wir begrüßen die Entscheidung der Verbandsversammlung“, sagte ZVO-Vorsteherin Gesine Strohmeyer. „Es ist eine Chance, die Energie- und Trinkwasserversorgung in der Region wieder in die eigene Hand zu nehmen und sie nach den Bedürfnissen vor Ort zu gestalten und weiter zu entwickeln.“

Seit 2004 gehören den Kieler Stadtwerken 49,9 Prozent an der ZVO Energie, die restlichen 50,1 Prozent verblieben beim ZVO. Vollzogen werden soll der Rückkauf noch in diesem Jahr, so dass das Tochterunternehmen – vorbehaltlich der Genehmigung durch das Kieler Innenministerium ab 1. September wieder in rein kommunaler Hand sein wird. Für Mitarbeiter und Kunden ändere sich zunächst nichts, teilte der ZVO mit. Organisatorisch bleibe ZVO Energie eine eigenständige Gesellschaft, an der der ZVO fortan sämtliche Anteile halten werde.

Frank Meier, Vorstandschef der Stadtwerke Kiel, bedankt sich für die Zusammenarbeit: „Seit 2004 verbindet uns mit der ZVO Energie GmbH eine Partnerschaft auf Augenhöhe, die ich während meiner Zeit als sehr vertrauensvoll wahrgenommen habe“, sagte er. Als Grund für den geplanten Verkauf nannte er das von den Stadtwerken geplante Gasmotorenheizkraftwerk zur Sicherung der Kieler Fernwärmeversorgung. Der Verkauf solle einen Beitrag zur Finanzierung des 290 Millionen-Euro- Projekts liefern.

„Die ZVO Energie GmbH ist ein wirtschaftlich kerngesundes Unternehmen, das in der Region gut aufgestellt ist“, betonte Strohmeyer. Seit 2004, dem Jahr des Zusammenschlusses, bis 2015 sei die Zahl der Erdgas-Netzanschlüsse von 20  216 um fast 19 Prozent auf über 24  000 gestiegen. Bei der Trinkwasserversorgung seien im selben Zeitraum rund 20 Prozent Hausanschlüsse hinzugekommen.

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erstellt am 29.Jun.2016 | 17:20 Uhr

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