ZVO: Bestes Ergebnis aller Zeiten

Verbandsvorsteherin Gesine Strohmeyer (Mitte) und ihre Stellvertreter (v. li.) Andreas Mylius,Thomas Keller und Volker Owerien sowie der Vorsitzende der Versammlung, Klaus Winter.
Verbandsvorsteherin Gesine Strohmeyer (Mitte) und ihre Stellvertreter (v. li.) Andreas Mylius,Thomas Keller und Volker Owerien sowie der Vorsitzende der Versammlung, Klaus Winter.

Die neue Verbandsversammlung genehmigt die Jahresrechnung 2017 mit einem Überschuss von knapp sieben Millionen Euro

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04. Juli 2018, 11:43 Uhr

Die Entscheidung des Zweckverbandes Ostholstein (ZVO), die teilweise Privatisierung der Tochter-Unternehmen Energie und Entsorgung zurück zu nehmen, hat sich ausgezahlt: Das Geschäftsjahr 2017 war das wirtschaftlich erfolgreichste in der Geschichte des Ver- und Entsorgers, sagte ZVO-Vorsteherin Gesine Strohmeyer gestern. Ein Jahresabschluss 2017 mit einem Überschuss von knapp sieben Millionen Euro wurde gestern von der neu konstituierten Verbandsversammlung genehmigt. Das sogar bei 8,7 Millionen Euro liegende kumulierte Jahresergebnis der ZVO-Gruppe war trotz dem Rückkauf der Geschäftsanteile der Tochtergesellschaften erwirtschaftet worden.

Vor der einmütigen Genehmigung der Bilanz 2017 – bei einer Enthaltung – erfolgte die Konstituierung der neuen Verbandsversammlung, deren rund 60 Mitgliedern von den Mitgliedsgemeinden und dem Kreistag entsandt wurden (siehe Info-Kasten).

„Nach einem etwas turbulenten 2016 konnten wir uns 2017 wieder mehr aufs Geschäft konzentrieren und den Blick auf die zukünftige Entwicklung und Herausforderungen der ZVO-Gruppe lenken. Dafür gibt uns dieses sehr gute Unternehmensergebnis natürlich Rückenwind,“ sagte Gesine Strohmeyer. Sie würdigte bei dem Ergebnis auch die Verdienste der mittlerweile etwa 530 Angestellten des ZVO.

Der Jahresgewinn fließt in die Rücklage, aus der Städte und Gemeinden, die dem ZVO die Erdgasversorgung übertragen haben, eine Gewinnausschüttung von 1,5 Millionen Euro erhalten. Hinzu kommen Konzessionsabgaben von etwa 400 000 Euro. Weitere Überschüsse bleiben im Unternehmen.

Eine Erhöhung der Reserven sei angesichts absehbarer Herausforderungen ratsam, sagte Strohmeyer weiter, vor allem gesetzliche und umweltrechtliche Anforderungen nähmen zu. Als Beispiel nannte sie die strengere Düngeverordnung mit Auswirkungen auf Klärschlammentsorgung, weniger Kapazitäten erhöhten die Preise.

Zu den Herausforderungen zähle auch eine Reduzierung von Plastikabfällen im Kompost. Ein Problem wie in Schleswig mit einer Verunreinigung der Schlei sei für den ZVO aber kein Thema, versicherte Strohmeyer auf eine Frage aus der Versammlung: Der ZVO nutze ebenfalls Faulgase aus der Kompostierung zur Energiegewinnung, setzte aber im Gegensatz zu Schleswig den Bioabfällen keine Lebensmitelreste zu, die teilweise in Plastik verpackt sind.

2017 sei nicht nur wirtschaftlich ein erfolgreiches Jahr gewesen, beim Breitbandausbau sei ein Riesenschritt unternommen worden. Mit der Vertriebspartnerin TNG sei nach nicht einmal einem Jahr fast in der Hälfte der 29 Breitband-Gemeinden die Vermarktung erfolgt.

Ein Blick in die Jahresrechnung: Zum Ende 2017 waren im ZVO 477 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 459 Mitarbeiter), davon 17 Auszubildende (Vorjahr: 16). Tarifsteigerungen und mehr Mitarbeiter ist im Personalaufwand von 11,7 Millionen ablesbar, (Vorjahr (11,1). Investiert wurden im vergangenen Jahr rund 12,9 Millionen Euro, zum Großteil für Trinkwasser-, Erdgasversorgung und Entwässerung.

Die Abfallstatistik für den Kreis Ostholstein zeigt eine leicht gesunkene Abfallmenge: 116 382 Tonnen im Jahr 2017 waren 131 Tonnen weniger als 2016. Das Abfallaufkommen der privaten Haushalte ändere sich kaum. Gerechnet auf die Einwohnerzahl habe die Müllmenge mit 183 Kilogramm pro Kopf um 13 Kilo abgenommen, dabei werde aber auch der Einfluss des Tourismus sichtbar.

Die Bioabfalltrennung habe sich leicht von 49 auf 51 Kilogramm pro Einwohner zugenommen, die stetige Zunahme seit 2013 (45 Kilogramm) sei auf eine kontinuierlich vermehrte Nutzung der Biotonne zurückzuführen.

Mit 659 Millionen Kilowattstunden habe die ZVO-Tochter Energie 2017 weniger Erdgas als im Vorjahr (816 Millionen Kilowattstunden) verkauft. Eine erneute Steigerung ist bei den Hausanschlüssen um 369 auf 24 856 zu verbuchen. Insgesamt sind 2017 fast 1,4 Millionen Kilowattstunden in das Gasnetz der ZVO-Energie gespeist worden.

Auch die Wärmeabgabe ist leicht auf 6,2 Millionen Kilowattstunden gestiegen. Beim Trinkwasser pendelte sich die Menge mit 8,6 Millionen Kubikmeter fast auf dem Niveau des Vorjahres ein. Die Zahl der angeschlossenen Häuser stieg um 252 auf 30 192.

Der ZVO-Geschäftsbereich Entwässerung verzeichnet bei der Schmutzwassermenge eine leichte Steigerung auf 6,2 Millionen Kubikmeter. Das Netz wuchs deutlich auf eine Länge von 1065 Kilometern (Vorjahr: 921) und auch die Zahl der Hausanschlüsse stieg um 6495 auf insgesamt 36 067. Dazu beigetragen hätten die Übernahme der Kanalisation für Schmutz- und Regenwasser in Ahrensbök und die die Regenwasserbeseitigung der Gemeinde Ratekau.

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