Eutiner Festspiele : Zusatztermin für Kinderoper Abu Hassan

Abu Hassan (Jeremy Almeida Uy) hat kein Geld mehr, will aber sein üppiges Leben mit Gattin Fatimé (Jasmin Delfs) mit einer List retten.
Abu Hassan (Jeremy Almeida Uy) hat kein Geld mehr, will aber sein üppiges Leben mit Gattin Fatimé (Jasmin Delfs) mit einer List retten.

Abu Hassan des Eutiner Komponisten von Weber ist ein viertes Mal im Juli zu sehen.

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04. Juli 2019, 10:19 Uhr

Eutin | Die ausverkaufte Premiere war ein voller Erfolg, auch die weiteren zwei Aufführungen am 11. und 17. Juli sind ausverkauft, stellen die Neuen Eutiner Festspiele fest und bieten eine Zusatzveranstaltung „Abu Hassan“ an. Die Familienoper wird außerdem am 16. Juli um 16 Uhr im Torhaus an der Opernscheune zu sehen sein. Karten gibt es unter Telefon 04521/80010, www.eutiner-festspiele.de.

Karten gibt es unter Telefon 04521/80010 oder online

Wo kann er nur Geld auftreiben, fragt sich Abu Hassan (Jeremy Almeida Uy) und heckt einen listigen Plan aus. Er will seinen Tod vortäuschen, um seinen Gläubigern, denen er viel Geld schuldet, zu entrinnen. Aber Abu Hassan hat nicht damit gerechnet, dass seine Frau einen heimlichen Verehrer hat, der zum Zuge kommen möchte... Vielleicht weiß Gattin Fatimé (Camilla Ostermann oder Jasmin Delfs) Rat?

Zum reichhaltigen Leben bei Hofe gehört auch das Tanzen und Spielen. Fotos: Juliane Kahlke
Juliane Kahlke
Zum reichhaltigen Leben bei Hofe gehört auch das Tanzen und Spielen.
 

Ein Märchen aus „Tausend und einer Nacht“ liefert der Oper Abu Hassan von Carl Maria von Weber die Handlung, aber auch Erfahrungen des Komponisten Weber nahmen Einfluss, dessen Familie arg in Finanznöten war. In der Figur des Abu Hassan hat der Komponist sich selbst ein Denkmal gesetzt. War seine Familie doch selbst hoch verschuldet und wurde nicht nur eingekerkert, sondern später sogar aus Württemberg ausgewiesen, wie es im Programmheft heißt. Mit dem Erfolg seines Werkes „Abu Hassan“ habe Weber nicht nur die familiären Schulden begleichen können, sondern auch den Großherzog besänftigt.

Der Einakter wird erstmals seit 45 Jahren wieder bei den Festspielen gespielt – und dazu noch als heimische Produktion: Orchester und Ensemble setzen sich aus Studenten der Musikhochschule Lübeck zusammen, im Chor singen Jugendliche aus Eutin und Umgebung.

Die Steuereintreiber: Geld, Geld, Geld fordert der Gläubiger (Milad Kuhpai) mit seinen Handlangern (Kinderchor).
Juliane Kahlke
Die Steuereintreiber: Geld, Geld, Geld fordert der Gläubiger (Milad Kuhpai) mit seinen Handlangern (Kinderchor).
 

Regisseurin Jennifer Toelstede lässt die Künstler kurze Ausflüge ins Hier und Jetzt unternehmen. So wird, als plötzlich das Licht ausgeht, klar, dass Gefolgsmann „Stefan“ nicht entlohnt worden ist. Spontan schließen sich die Musikmacher an. Auch das Studentenensemble aus Lübeck unter der Leitung Romely Pfunds wartet auf seine Gage. Aber ein letztes Mal kann Abu Hassan sein Gefolge überreden und darf von Musik und Scheinwerferlicht (Rolf Essers) begleitet weitersingen.

Selbst die Küchenzeile im Torhaus wird in das Spiel mit einbezogen. Wollen Abu Hassan und Fatimé ein weiteres Gelage vorbereiten, oder stellen sie erschreckt fest, dass die Reste in den Schränken dafür nicht mehr reichen?

In Kostümen, die an die arabische (Märchen-)Welt erinnern, stehen sie in ihrer modernen Küche (Stefan Heinrichs mit Angelika Wallbrecht) und finden zum Duett. Die Produktionsleitung hat Anna-Luise Hoffmann.

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