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Ostholsteiner Anzeiger

23. September 2017 | 16:50 Uhr

Schulprojekt : Zurück in die Steinzeit

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

In der Jacob-Linau-Schule üben sich Schüler darin, Werkzeuge und Waffen wie in der frühen Menschheitsgeschichte herzustellen

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 18:06 Uhr

Speer schleudern und Höhlenmalerei statt Sport und Kunstunterricht – in der Jacob-Lienau-Schule in Neustadt erfahren 19 Schülerinnen und Schüler aus den 9. und 10. Klassen das Zeitalter Steinzeit praxisnah. Im Wahlpflichtfach „Steinzeit“ bauen die Mädchen und Jungen nach einer theoretischen Einweisung etwa Werkzeuge, Waffen und Tontöpfe. Die Lehrerin Carolin Kube leitet den Kurs in Kooperation mit dem Museumsleiter des städtischen Museums Zeittor, Dr. Frank Wilschewski. Die gesammelten Arbeitsergebnisse des Schuljahrs sind vom 13. Mai bis zum 1. Juni im Zeittor-Museum zu sehen.

Zu Beginn stellte die Gruppe Steingeräte her – Messer, Säge und Bohrer. Die Materialien dafür, wie Feuersteine, Schlagsteine, Holz, Muscheln, Schnecken oder auch Kastanien, fanden die Jugendlichen zwischen Neustadt und Sierksdorf am Wasser.

Mit den gebauten Steingeräten bearbeiteten sie dann zum Beispiel das Holz für die Speere und Speerschleudern oder Bögen. Die Speere und Speerschleudern probierten die Teilnehmer auf dem Sportplatz aus. „Man sieht ihnen das Erfolgserlebnis an“, sagt Dr. Frank Wilschewski. „Die Schüler sind stolz, wenn ihre selbstgebauten Geräte funktionieren.“

Aber auch Lederbeutel, Schmuckstücke, Höhlenmalerei auf Schieferplatten und Tonvasen und Tonschalen stellten die Neunt- und Zehntklässler her.

Das Ziel des Kurses sei seit Beginn in Richtung Ausstellung gegangen, berichtet Carolin Kube. „Vor allem wichtig ist die Praxisorientierung, dass alle Dinge selbst hergestellt werden.“ Für die dreiwöchige Präsentation arbeiten die Schüler momentan daran, das praktisch erlernte in einen theoretischen Kontext zu bringen. Die Schwierigkeit dabei: Es sowohl für Grundschüler als auch Erwachsene und Jugendliche spannend zu erklären.

Für ihn sei die Zusammenarbeit mit den Schulen sehr wichtig, sagt Wilschewski. Es seien Kompetenzen gefragt, die im Schulplan nicht abgearbeitet würden, wie das praktische Arbeiten und das logische Denken. „Ich bin beeindruckt von dem Engagement der Jugendlichen. Die zehnminütige Pause ist oft durchgearbeitet worden.“

Auch Carolin Kube ist sehr zufrieden mit ihren Jugendlichen: „Ich war positiv überrascht.“ Das galt besonders für die Mädchen, weil sie in eine scheinbare Männerdomäne einbrachen: Sie hätten mit zahlreichen Ideen für die Herstellung von Werkzeugen geglänzt.

 

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