Kreis Plön : Zum Glück war der Unfall nur gestellt

Verletzte, verstörte Menschen, in sich verkeilte Autowracks, teilweise noch brennend: Das Übungszenario verlangte den  Einsatzkräften der freiwilligen Feuerwehren und des Rettungsdienstes eine Menge an Bedachtsamkeit und effektivem Handeln ab. Fotos: Wilhelmy
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Verletzte, verstörte Menschen, in sich verkeilte Autowracks, teilweise noch brennend: Das Übungssenario verlangte den Einsatzkräften der freiwilligen Feuerwehren und des Rettungsdienstes eine Menge an Bedachtsamkeit und effektivem Handeln ab. Fotos: Wilhelmy

Die Rettungsdienste im Kreis Plön waren bei einer Großübung gefordert: Eine simulierte Massenkarambolage sorgte für jede Menge Einsatzaufgaben.

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22. Juni 2014, 12:06 Uhr

Massenkarambolage im Kreis Plön – den am Unglücksort eintreffenden Hilfskräften bietet sich ein Bild des Grauens: Ein Bus steht quer, mehrere Fahrzeuge sind aufgefahren. Wohin man blickt: brennende, in sich verkeilte Autos, andere, die sich überschlagen haben. Viele Verletzte, eingeklemmt in ihren Fahrzeugen.

Das, was sich am Sonnabend auf der Kreisstraße zwischen Stein und Lutterbek an Aufgaben für Retter auftürmte, hat, war „nur“ eine Übung. Aber es bot ein Szenario, wie es durchaus sich schon auf unseren Straßen abgespielt hat.

Alle zwei Jahre organisiert der Rettungsdienst des Kreises Plön einen Ausbildungstag zu einem zentralen Thema. In diesem Jahr war das Thema eine Massenkarambolage, die möglichst realistisch mit den in einem solchen Fall auf einer Straße zu erwartenden Geschehnissen abzuarbeiten war.

Eingebunden in die Übung waren die Rettungseinheiten nicht nur aus dem Kreis, sondern auch anderen Teilen Schleswig Holsteins und sogar Hamburg, die Bundespolizei, das THW, der Katastrophenschutz des Kreises sowie die Feuerwehren aus den Bereichen der Ämter Probstei und Schrevenborn und auch Lütjenburg.

„Wir sind davon ausgegangen, dass wir einen schweren Verkehrsunfall mit 20 Fahrzeugen haben auf einer Strecke von rund 100 Metern mit vielen Beteiligten“, sagte Walter Lamp, der stellvertretende Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Plön. Kurz vor 13.30 Uhr wurde der Alarm ausgelöst, die Rettungsdienste und Feuerwehren in der näheren Umgebung von der Leitstelle informiert.

Was auf sie zukommt, wussten die beteiligten Wehren nicht, oder nur ansatzweise. „Die Feuerwehren sind alarmiert worden durch die Leitstelle Mitte, gefordert wurden vor allem technische Einheiten mit Spreizscheren und Bergungsgerät“, so Lamp.

Für sie war auf der Verbindungsstraße zwischen Lutterbek und Stein ein möglichst realistisches Szenario erstellt worden. Nebelkerzen verhüllen die Sicht, als die ersten Retter eintreffen, Flammen schlagen aus einem Auto, Schreie von Verletzten, verwirrt umher laufende Menschen. Zunächst gilt es, das Ausmaß des Schadens zu erfassen und dann die entsprechenden Kräfte zu nach zu alarmieren, die sich um die einzelnen Schauplätze kümmern müssen. Fahrzeuge müssen aufgebrochen werden, Verletzte vor Ort notversorgt und dann abtransportiert werden.

Mehr als 60 junge Leute, Auszubildende aus den umliegenden Krankenhäusern und Krankenschulen hatten sich freiwillig bereit erklärt, die „Opfer“ mit den unterschiedlichsten Verletzungen „zu spielen“. Das ging vom einfachen Knochenbruch bis hin zur offenen Schädelfraktur – eine Herausforderung für die Rettungskräfte.

„Zeitweise hatten wir rund 60 Feuerwehren vor Ort, 30 Rettungswagen zum Krankentransport standen bereit, 140 Feuerwehrleute waren im Einsatz“, sagte Lamp weiter. „Alles in allem mit den nachrückenden Kräften waren rund 450 Männer und Frauen an der Übung beteiligt.“

Das Hauptaugenmerk galt der Organisation des Einsatzes – was wird wie angefordert, was wie vor Ort eingesetzt und verstehen die Leute vor Ort ihre Aufgaben und wie setzen sie sie möglichst zeitnah um. Wie kommuniziert man miteinander, stimmt sich ab, ergänzt sich. Da ging es darum, dass Feuerwehrleute zum Beispiel das Auto aufbrechen und die Insassen bergen mussten, die dann von Rettungssanitätern bis zur Inaugenscheinnahme durch die überall geforderten Notärzte betreut werden mussten.

Ob dieses Zusammenspiel zwischen den verschiedenen beteiligten Organisationen geklappt hat, muss nun die Auswertung in der Aufarbeitung zeigen. Gut ein halbes Jahr hat die Vorbereitung für diese Übung gebraucht, sagte Lamp. „Damit es klappt, wenn tatsächlich einmal eine solche Situation eintritt und Hilfe gebraucht wird.“ Nach rund 2 Stunden hatten die Einsatzkräfte vor Ort ihre Arbeit weitgehend abgeschlossen, die Verletzten geborgen und abtransportiert.


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