Zum Abschied gibt es ein Konzert

Katharina Schwerk sagt Tschüss: Die 25-jährige Plönerin geht für ein Jahr nach London an das Institute for Contemporary Music Performance.
Katharina Schwerk sagt Tschüss: Die 25-jährige Plönerin geht für ein Jahr nach London an das Institute for Contemporary Music Performance.

Katharina Schwerk zieht es für ein Jahr von Plön nach London / 25-jährige Musikerin möchte in England „Songwriting“ studieren

shz.de von
29. August 2018, 13:40 Uhr

Ohne Musik geht bei ihr nichts: Privatleben und Ausbildung widmete Katharina Schwerk von Kindesbeinen an ihrer Leidenschaft. Jetzt geht die 25-jährige Plönerin für ein Jahr nach London. Aber nicht, ohne sich zu verabschieden. Gelegenheit dazu bietet ein Konzert am 14. September ab 20 Uhr im Plöner Gemeindehaus. Tags darauf startet das Flugzeug Richtung England.

Doch von vorn: 2012 machte die Tochter der Kirchenmusiker Henrich und Susanne Schwerk ihr Abitur in Plön und ging für ein Jahr nach Kiel, um Musikwissenschaft zu studieren. „Es war klar, es muss Musik sein, aber ich habe noch nicht so richtig gewusst, wo es hin soll“, erzählt die Sängerin mit der soulig-bluesigen Stimme. Als sie hörte, dass es in Lübeck an der Musikhochschule einen Studiengang Schulmusik- Hauptfach Pop-Gesang gibt, wechselte sie für vier Jahre in die Hansestadt. Jetzt hat sie den Bachelor-Abschluss in der Tasche, der zu klassischem und Pop-Unterricht und Chorleitung befähigt und Musiktheorie und Pädagogik beinhaltet.

In Plön und Umgebung ist die junge Musikerin keine Unbekannte. Sie schrieb bisher 18 Titel für Klavier und Gesang, davon zwei in deutscher Sprache, die anderen in Englisch, und trat in Cafés, Restaurants und Wohnzimmern sowie bei Hochzeiten und Beerdigungen auf. Vor kurzem gewann sie ein Internet-Ranking und durfte auf der Jungen Bühne der Kieler Woche auftreten. Dafür stellte sie sich eine Band aus Kommilitonen und Freunden aus Lübeck zusammen, die auch am 14. September dabei sind: Jon Klein (Drums), Niklas Müller (Bass), Leon Sladky (Sax) und Yasmin Piwko (Voc). Ein Auslandssemester „Songwriting“ in Minnesota (USA) während des Studiums markierte einen weiteren Meilenstein ihrer jungen Karriere. „Dort hatte ich ein Tonstudio zur Verfügung und habe mit Studenten meine erste kleine EP („Extended Play“, also mehr als eine Single, aber weniger als ein Album) mit vier Titeln aufgenommen.“ Auf der Bühne fühle sie sich am wohlsten, schwärmt die junge Frau, die mit fünf Jahren begann, Klavier zu spielen, im Spatzenchor und im Kinder- und Jugendchor der Kirche sang, Querflöte spielte und mit 15 ihren ersten richtigen Gesangsunterricht in Lebrade bei Nicoline Uebel hatte. „Je mehr ich auf der Bühne stehe, desto mehr liebe ich es, lasse das Publikum wissen, wann und warum ich einen Song geschrieben habe, erzähle immer Anekdoten dazu.“ Ideen für Songs fielen ihr in den unmöglichsten Momenten ein, wo es keine Chance gebe, diese festzuhalten. Aber wenn erst einmal eine Idee da sei, werde mit System daran weiter gearbeitet. „Und wenn ich den Titel das erste Mal vor Publikum spiele, dann weiß ich, der bleibt.“

Im Januar bewarb sich Katharina in London am Institute for Contemporary Music Performance (ICMP) für den Master-Studiengang „Songwriting“. Sie füllte ein Bewerbungsformular aus, absolvierte per Skype über das Internet eine Prüfung am Klavier, musste eigene Songs vorspielen und erklären und ein Interview führen, Zeugnisse und einen Englisch-Nachweis vorlegen. Über das Internet-Portal „Airbnb“ klappte es auch mit einem Zimmer im teuren London. Das Studium, das eigentlich zwei Jahre dauert, sie aber in einem Jahr bewältigen will, koste 10 000 Euro. Dafür versuche sie mit ihrer Musik so viel wie möglich einzunehmen und sammelt Spenden. Von ihrer Zukunft habe sie eine Vision, erklärt die Musikerin, die gern tanzt und Tischtennis spielt, Halbmarathon läuft und noch Gitarre spielen lernen will: „Ich möchte unbedingt mit Musik auf der Bühne stehen und Chöre leiten, am liebsten Kinderchöre. Orte schaffen, wo friedlich musiziert wird. Musik bringt Menschen zusammen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen