zur Navigation springen

Gespräche in Malente : Zukunftsweisender Dialog

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Landessportverband initiiert den „LSV-Kommunaldialog“ mit Vertretern aus Landes- und Kreissport sowie Kommunalpolitikern.

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2014 | 17:37 Uhr

Aus dem Workshop im November sei die Idee geboren worden: „Wir müssen das Miteinander von Landessportverband und Kreissportverband intensivieren und am besten auch noch die Kommunalpolitik mit am Tisch haben“, sagte Hans-Jakob Tiessen, der Präsident des Landessportverbandes (LSV). Ergebnis der Überlegungen war der „LSV-Kommunaldialog“, den der LSV nach Husum für Nordfriesland und Lübeck gestern in Malente führte.

Der LSV will wissen, wo die Sportler in den Kreisen der Schuh drückt. Der Vorsitzende des Kreissportverbandes (KSV) Ostholstein, Manfred Hoffmann, legte im Vorgespräch zum eigentlichen Dialog gleich einen ganzen Strauß von Themen auf den Tisch. Wenn die Dorfschulen immer mehr verschwänden, müssten die Kinder vom Land zur Schule in die Stadt fahren, das koste Zeit. Die Folge sei, dass die Kinder immer weniger Zeit haben, folglich auch weniger Zeit für den Sport im Verein.

Besonders auf der Seele brennt Hoffmann die Erhebung von Nutzungsgebühren für Sportstätten. „Wir sind der Meinung, dass Sporthallen gebührenfrei belassen werden sollten“, beschrieb
er die Position des KSV. Es gebe einen Katalog zur Einnahmenerzielung der Gemeinden, in dem die „maßvolle Erhebung von Nutzungsgebühren für Sportstätten“ aufgeführt sei. Innenminister Breitner stellte klar: „Wir ahnden es nicht, wenn eine Kommune diese Gebühren nicht erhebt, aber wir geben einen entsprechenden Hinweis. Die kommunale Selbstverwaltung ist ein hohes Gut, da reden wir nicht rein.“ Der Malenter Bürgermeister Michael Koch bekräftigte diese Aussage: „Wir haben es noch nicht erlebt, dass daraus ein Fehlbedarf abgeleitet wurde.“

Manfred Hoffmann sprach auch den Mindestlohn an, der den Sportvereinen Sorgen bereite, obwohl die Übungsleiter von dieser Regelung ausgenommen seien. Aber es gebe Platzwarte und Hausmeister, für die Ausnahmen geschaffen werden müssten.

Für die Kommunalpolitik sagte Kreispräsident Ulrich Rüder: „Die Zusammenarbeit zwischen Kreis und Kreissportverband ist sehr gut.“ Er schränkte aber auch ein: „Nicht alles, was wir möchten, ist auch möglich.“ Der Kreis Ostholstein sei Konsolidierungsempfänger, also in seinem Spielraum eingeschränkt.

Andreas Breitner wies darauf hin, dass das Land zurzeit in einer Umfrage den Sanierungsstau der Sportstätten herausfinden will. Die Rücklaufquote der Fragebögen aus den Kommunen liege bei 80 Prozent. „Die Erhebung des Bedarfes ist die Grundlage, um über Investitionen nachzudenken“, sagte der Minister. Sportstätten seien ein Thema, das sich in den Vordergrund schiebe, so die Erfahrung von LSV-Präsident Tiessen. Er sagte: „Die Grundlage für die Sportförderung ist die Infrastruktur.“ In Schleswig-Holstein seien jeden Woche eine Million Menschen in Bewegung. Der Sport sei in den 2600 Vereinen des Landes der Stabilisator vor Ort.

Bürgermeister Michael Koch war mit der Modernisierung der Sport- und Bildungszentrums natürlich zufrieden – er hat aber mit dem Ernst-Rüdiger-Sportzentrum eine weniger erfreuliche Sportstätte in Malente im Blick. „Da stehen wir vor der Frage, ob wir für 2,5 Millionen Euro sanieren oder für 1,5 Millionen neu bauen“, sagte Koch – und nahm spontan die Einladung zur Dialogrunde an. Eine gute Entscheidung, denn: „Malente ist im Sport unsere erste Adresse“, sagte Hans-Jakob Tiessen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen