Zukunft der Gedenkstätte

Regionalkonferenz in Ahrensbök beschäftigt sich mit außerschulischem Lernort

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05. Januar 2018, 14:56 Uhr

Es ist ein ungewöhnlicher außerschulischer Lernort in Ostholstein. Seit fast 20 Jahren wird Schülern in der Gedenkstätte Ahrensbök die Möglichkeit gegeben, Anfang, Alltag und Ende des nationalsozialistischen Terrors zwischen 1933 und 1945 an regionalen Beispielen kennen zu lernen. Weil besonders jungen Menschen vermittelt wird, wie schrecklich die Folgen eines undemokratischen, totalitären Systems sind, gilt es als öffentliche Aufgabe, die Zukunft der Gedenkstätte zu sichern.

„Aufgaben und Zukunft der Gedenkstätte Ahrensbök“ stehen im Mittelpunkt einer Regionalkonferenz, die Freitag, 12. Januar, um 16 Uhr im Veranstaltungsraum in der Lindenstraße 15 in Ahrensbök (ehemalige katholische Kirche) stattfindet. Dr. Thomas Lutz, wissenschaftlicher Mitarbeiter der „Topographie des Terrors“, des großen Berliner Projekts zur Dokumentation und Aufarbeitung des NS-Terrors, wird vor Vertretern von Kommune, Kreis und Land sowie interessierten Bürger über die wichtige Rolle regionaler Gedenkstätten als außerschulische Lernorte referieren.

Diesem Vortrag wird sich eine Podiumsdiskussion anschließen, in der Thesen und Lösungsmöglichkeiten für eine nachhaltige Zukunft der Gedenkstätte diskutiert werden sollen. An dem Gespräch werden die Landtagsabgeordneten Sandra Redmann (SPD) und Marlies Fritzen (Grüne) sowie der Kreistagsabgeordnete Harald Werner (CDU) teilnehmen. Uta Körby, Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein (LAG), wird moderieren. Andreas Zimmermann, Bürgermeister von Ahrensbök, Dr. Oliver Grundei, Staatssekretär im Kultusministerium, Professor Gerhard Fouquet, Vorsitzender der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten, werden Grußworte sprechen.

Die Gedenkstätte Ahrensbök wurde am 8. Mai 2001 in dem Gebäude errichtet, das 1933 ein frühes Konzentrationslager war. Interessierte, die sich einen Überblick über die Arbeit der Einrichtung als Lern-, Dokumentations- und Ausstellungsort machen wollen, haben Gelegenheit, das Haus am Freitag, 12. Januar, ab 14 Uhr zu besuchen. Mitglieder des Trägervereins, werden Besucher durch die fünf Dauerausstellungen führen. Sie dokumentieren Anfang, Alltag und Ende des nationalsozialistischen Terrors an Beispielen, wie die NS-Diktatur in der holsteinischen Provinz begann und wie sie dort wütete.

Die Gedenkstätte ist ab Sonntag, den 28. Januar, wieder sonntags von 14 bis 17 Uhr und dienstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Sie kann nach Anmeldung auch an anderen Tagen besucht werden. Das Gebäude liegt direkt an der Bundesstraße 432, Flachsröste 16, im Ahrensböker Ortsteil Holstendorf, Telefon 04525/ 493060, E-Mail an gedenkstaette
ahrensboek@t-online.de. Eintritt und Führungen sowie Teilnahme an Veranstaltungen sind frei, Spenden sind willkommen.

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