Plön : Zündender Humor allüberall

Plattdeutschen Humor zeigte das Keller-Kabarett – und traf dabei auch ein bestens gelauntes Publikum.
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Plattdeutschen Humor zeigte das Keller-Kabarett – und traf dabei auch ein bestens gelauntes Publikum.

Die Plöner Kulturnacht zog am Freitag scharenweise Besucher in die Stadt. Sie genossen Kunst von Kabarett bis Akrobatik.

shz.de von
09. September 2018, 14:42 Uhr

Sehr belebt präsentierte sich die Plöner Innenstadt am vergangenen Freitag. Die Kulturnacht zog scharenweise Besucher in die verschiedenen Locations. Das kulturelle Angebot reichte von Musik unterschiedlichster Genres, Literatur, Kabarett, Comedy und Improvisationstheater bis hin zu waghalsiger Akrobatik. Trotz drohender Wolkenkulisse und einigen ergiebigen Regengüssen am Nachmittag spielte auch das Wetter mit – es blieb trocken, so dass man auch das Straßenkunstprogramm genießen konnte.

Mehr als 35 Spielstätten wies der diesjährige Spielplan aus – neben Läden, Banken, Cafés und öffentlichen Räumen und Plätzen kam sogar ein Linienbus der Plöner Verkehrsbetriebe als Kleinkunstbühne zum Einsatz. Wer einen besonderen Rückzugsort vom Trubel suchte, fand ihn in der Nikolaikirche.
Wer bei der Kulturnacht hofft, sich wirklich alles anschauen zu können, muss zwangsläufig scheitern. Es gibt nur zwei sinnvolle Herangehensweisen bei einem Besuch: Entweder trifft man anhand des Veranstaltungsplans eine Vorauswahl oder man lässt sich einfach treiben und nimmt mit, was sich auf dem Weg bietet.

Das war mitunter gar nicht so einfach, denn viele Läden und Spielstätten boten kaum noch Platz für Neugierige, die ein paar Minuten nach Programmbeginn kamen. Die feinen handgemachten Töne der „Weidezaunband“ im Rathaussaal etwa konnten Spätkommende nur von draußen genießen. Volles Haus gab’s auch bei Optiker Bode, wo das plattdeutsche Keller-Kabarett auf ein bestens gelauntes Publikum traf.

Zweckentfremdet wurde auch das Kreismuseum. Dessen Foyer fungierte als Zuschauerraum und Bühne für das Kieler Improvisationstheater „Szenenexpress“, das mit zwei weiblichen und zwei männlichen Darstellern und viel Spielwitz skurrile Situationen erfand.

Die Lange Straße als Hauptschlagader der Kulturnacht war erfüllt von vielen Künstlern, die ihr Programm unter freiem Himmel darboten. Hier gab’s das kleinste funktionstüchtige Fahrrad der Welt zu bestaunen. Oder die atemberaubende Feuerakrobatik von Arne Feuerschlund vor der Schloss-Apotheke: „Kann ja nix passieren, ist ja ’ne Apotheke hier“, witzelte er folgerichtig.

Der wohl prominenteste Künstler, der an diesem Abend auftrat, war der Kabarettist Chin Meyer. Ausgerechnet in der Förde-Sparkasse breitete er seine satirisch-ketzerischen Erklärungen und Einsichten in das Finanz- und Bankenwesen aus. Warum gerade hier? „Die wollten mich haben! Ich mache viel mit Sparkassen“, erklärte er. Zum Glück sei man in Deutschland durchaus fähig, das eigene Treiben mit Humor und ironischer Distanz zu betrachten.









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