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Weber-Tage Eutin : Zu wenig Flächen für Plakate

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Weber-Tage im Kulturausschuss: Der Koordinator Martin Karl-Wagner berichtete über 20. Saison und forderte mehr Werbeflächen

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2016 | 12:24 Uhr

Der Koordinator der Eutiner Weber-Tage berichtete Dienstag im Kulturausschuss über das abgeschlossene Veranstaltungsjahr. Die Saison 2016 beginnt am 5. Juni. Martin Karl-Wagner nutzte die Gelegenheit, weitere Themen anzusprechen.

Bei der Eutin GmbH darf Karl-Wagner nach eigener Aussage nur noch ein Werbeplakat abgeben. Früher seien es wesentlich mehr gewesen. Ohnehin gebe es in der Stadt nur noch die eine Informationsfläche am Stadtgraben. Der Musiker forderte: „Wir brauchen Info-Flächen für Geschäftskunden.“ Er befürchtete zudem, dass bei einem Umzug der Tourist-Information in den Bahnhof kaum noch jemand dort hinkomme. „Es fielen viele, viele Gäste weg.“ Der Kartenverkauf sinke.

Der Eingang der Carl-Maria-von-Weber-Schule könnte eine zweite Hinweistafel erhalten. Initiatoren möchten an dem Gebäude Plöner Straße 15 auf den Namensgeber der Schule hinweisen. Schulleiterin Iris Portius gefällt die Idee.

Mit Blick auf das Weberhaus an der Lübecker Straße sagte Karl-Wagner: „Es ist bedauerlich, wenn man daran vorbeifährt.“ Die Eutiner könnten nachdenken, was damit passiert, „doch so lange die Begeisterung in der Bevölkerung nicht spürbar ist, kann ich der Stadt den Kauf nicht empfehlen.“, sagte Karl-Wagner. Das Haus von 1750 ist im Privatbesitz und wurde wiederholt zum Kauf angeboten. Seit Jahren wird über eine Nutzung etwa als Weber-Museum nachgedacht. Initiativen verliefen bisher im Sande. Eine Tafel, die am Haus an den Sohn der Stadt erinnert, wird derzeit aufbereitet.

Die Veranstalter der traditionsreichen Weber-Tage beweisen jedes Jahr, was im Namen des Komponisten (oder von seinem Wirken ausgehend) alles möglich ist. Im vergangenen Jahr, der 20. Saison, boten sie zwölf Konzerte und Vorträge an.

Seit 2015 kooperieren die Weber-Tage mit der Musikhochschule Lübeck. Die neue Verbindung bewertet Karl-Wagner positiv: „Es war immer schon mein Wunsch, die Stufe zwischen musizierenden Schülern und Profimusikern darzustellen.“ Das habe er mit dem Konzert, das Lübecker Studenten gaben, erreicht. Die angehenden Profimusiker von Professorin Angela Firkins spielten nicht irgend etwas, sie beschäftigten sich mit Weber und Kollegen und brachten unter dem Titel „Freischützfantasie“ Musik der Romantik. Das zweite Konzert gestalteten junge Musiker aus China, Japan, Mexiko und anderen Ländern. Einige von ihnen beschäftigten sich zum ersten Mal mit Weberliteratur. Die Zusammenarbeit mit der Hochschule will Martin Karl-Wagner fortsetzen.

Das Freiluftkonzert auf dem Eutiner Markt war gut besucht. Die Eutin GmbH möchte das Angebot „Weber gratis und für alle“ auch in diesem Jahr anbieten.

In jedem Jahr lenken die Weber-Tage den Blick auch auf den Menschen Weber (1786-1826), dessen Familie, Komponisten-Kollegen oder die Zeit selbst. Karl-Wagner bereitet Themen vor, sucht nach biografischer wie Fachliteratur und knüpft Kontakte. So entstanden war das Konzert mit Literatur über die Befreiungskriege aus der Feder Webers, der sich damit politisch positioniert hatte. Die Noten der Sammlung Schloss Noer wurden Karl-Wagner zufolge nach 200 Jahren erstmals wieder öffentlich gezeigt.

Der Eutiner sichtet zurzeit Bestände mit alten Musikprogrammen für Stummfilme. Die Filme seien damals durchaus auch mit Stimmungsmusik Carl Maria von Webers unterlegt worden. Findet der Weber-Tage-Koordinator genug Material, dürfte ein weiteres Veranstaltungsthema fest stehen.

Jedes Konzert kostet um die 1000 Euro, Orchester sind teurer. Für Vorträge nehmen die Veranstalter 100 bis 300 Euro in die Hand. Sponsoren unterstützen mit bis zu dreistelligen Beträgen.

Der Eintritt kostet – mit einer Ausnahme – wieder 16 Euro. Das gilt ebenso für die Konzerte im Rahmen der Landesgartenschau. Schüler zahlen 5 Euro. Wegen der LGS werden mehr Konzerte als bisher im Jagdschlösschen stattfinden. Das Programm wird im Mai bekanntgegeben.

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