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Jahresversammlung : Zu spät für eine Kehrtwende?

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bürgergemeinschaft setzt auf B-Plan für die Hofstelle Wiese, doch der Erhalt der Villa könnte trotzdem schwierig werden.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Die Pläne für eine Bebauung der ehemalige Hofstelle Wiese sowie die Planungen für die Landesgartenschau 2016 und die Stadtsanierung beschäftigten die Bürgergemeinschaft Eutin am Sonnabendnachmittag bei ihrer Jahresversammlung. Im Seminarraum der Landesbibliothek hatten sich 23 von 150 Vereinsmitgliedern versammelt.

Nun hat die Stadtverwaltung angesichts der voluminösen Planungen des Investors zwar einen neuen Anlauf genommen, um die massive Bebauung mit Hilfe eines Bebauungsplans (B-Plan) einzuhegen und womöglich die alte Stadtvilla (Riemannstraße 94) vor einem Abriss zu bewahren (wir berichteten). Doch eine Kehrtwende könnte jetzt zu spät sein, wie Monika Obieray deutlich machte. „Es ist die Frage, ob jetzt noch eine Veränderungssperre möglich ist“, sagte die Grünen-Stadtvertreterin. Nur so könnte dem Abriss der Villa ein Riegel vorgeschoben werden. Nachdem die Stadtvertreter die Aufstellung eines B-Plans abgelehnt hätten, sei man nun auf eine Entgegenkommen des Investors angewiesen. „Ich bedauere sehr, dass wir das damals nicht anders geregelt haben“, sagte Monika Obieray.

Zuvor hatte Regine Jepp, Vorsitzende der Bürgergemeinschaft, den erneuten Anlauf für einen B-Plan begrüßt. „Nur so können wir Einfluss auf das Bauvorhaben nehmen.“ Der gesamte Vorgang sei unglücklich gelaufen, bedauerte Regine Jepp. Da der zweite Anlauf des Investors mit einem neuen Planer gar nicht mehr zur Kenntnis genommen worden sei, habe man eine Chance vertan. Daran hätten allerdings auch die Anlieger ihren Beitrag geleistet: „Die Anwohner haben ja schier einen Kreuzzug gegen die Aufstellung eines B-Plans geführt.“ Nun will der Investor wieder 33 Wohnungen errichten, nachdem er zwischenzeitlich auf 24 heruntergegangen war.

Kritische Töne waren zur Landesgartenschau zu vernehmen. Vorstandsmitglied Karl August Albers hält nicht nur die erwartete Besucherzahl von 600 000 für zu hoch gegriffen, er bezeichnete die Beteiligung der Eutiner an der Konzeption der Ausstellung über Bürger-Foren als „Feigenblatt“. „Was dort vorgebracht wird, findet nicht wirklich Eingang in die Planungen des Berliner Planungsbüros A 24“, kritisierte er.

Die mit der Landesgartenschau verknüpfte Stadtsanierung trifft zwar grundsätzlich auf Zustimmung, nicht jedoch im Detail. „Ich habe den Eindruck, dass es nicht gewünscht ist, das zu hinterfragen“, kritisierte Regine Jepp. Als Beispiel nannte sie die Überlegungen, die Gedenksäule auf dem Markt zu versetzen. Dem werde die Bürgergemeinschaft ohne zwingenden Grund nicht zustimmen.

Auf Zustimmung stieß Monika Obieray mit ihrem Appell an die Planer der Landesgartenschau, das Schloss stärker in die Überlegungen einzubeziehen. Der Weg zum Schloss müsse genauso auffällig sein, wie der geplante Zugang über den Rosengarten. „Wir wollen einen Haupteingang am Schloss“, bekräftigte Obieray. Im April würden endgültige Beschlüsse gefasst: „Das heißt, wir haben nicht mehr viel Zeit.“

In seinem Jahresbericht hatte der Vorstand, zu dem auch Christian Burgdorf und Wolfgang Steinemann gehören, zuvor einen Rückblick auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres gegeben. Dazu gehörte etwa der Kalender 2014 mit historischen Ansichten der Altstadt und das Digitalisierungsprojekt historischer Zeitungsausgaben in Zusammenarbeit mit dem „Ostholsteiner Anzeiger“. Zum letzten Mal stellte Carmen Wandt den Kassenbericht vor. Diese Aufgabe übernimmt künftig Karl August Albers.

 

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