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Ostholsteiner Anzeiger

24. Oktober 2017 | 13:11 Uhr

Zu profitieren wird immer schwieriger

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Egoh informiert über mehrere neu gestaltete Förderprogramme der EU

von
erstellt am 28.Okt.2014 | 16:22 Uhr

Ganz hat Landrat Reinhard Sager die Hoffnung noch nicht aufgegeben: „Intelligente Programmlösungen“ wünscht er sich von den Landesministerien für die neuen Richtlinien, nach denen bis 2020 in Kiel die Fördermittel der Europäischen Union vergeben werden sollen.

Seinen Wunsch begründete Reinhard Sager mit Kritik am bisherigen Konzept der Landesregierung: „Das sieht noch sehr mau aus.“ Fraglich sei zum Beispiel, wie der für Ostholstein wichtige Tourismus künftig von der EU-Förderung bedacht werden könne. Dringlich sei aber auch eine kräftige Förderung des Breitband-Ausbaus, appellierte Sager gestern an das Land, den bisherigen Zuschnitt der Richtlinien noch einmal zu überdenken. „Denn mehr Innovation, wie von Brüssel als Schwerpunkt für die Förderprojekte gefordert, geht doch gar nicht.“

Der Landrat war einer der Hauptredner bei einer Informationsveranstaltung der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) über mehrere neu gestaltete Förderprogramme der EU. Gutes Zuhören bei den Vorträgen im Gewerbezentrum Oldenburg dürfte sich für die zahlreichen Bürgermeister und Kommunalpolitiker in den nächsten Jahren auszahlen: Immerhin gibt es Mittel aus Brüssel zur Förderung der regionalen Entwicklung (EFRE), zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW), zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit (Interreg) sowie zur Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und für mehr Beschäftigung (ESF).

Allerdings wird es für die meisten Kommunen in Ostholstein schwieriger werden als bisher, von der Förderung zu profitieren. „Wir müssen einen Spagat hinbekommen zwischen den von der Kommission gesetzten Rahmenbedingungen für eine EU-Förderung und den regionalen Anforderungen. Das alles ist eine relativ komplizierte Operation“, dämpfte Rüdiger Balduhn, Abteilungsleiter im Kieler Wirtschaftsministerium, die Erwartungen. Zum Appell des Landrates, durch einen gekonnten Dreh die europäischen Förderschleusen für den Internet-Ausbau im Land richtig zu öffnen, schwieg er vielsagend – trotz verschiedenster Anläufe von kommunaler Seite hat sich die Landesregierung auf dem Ohr taub gestellt.

Eine positive Bilanz der zurückligenden EU-Förderperiode zog Egoh-Geschäftsführer Claus-Peter Matthiensen: „Ostholstein hat massiv profitiert, besonders was die touristische Infrastruktur und die Entwicklung im ländlichen Raum angeht.“ In Zahlen: Von 2007
bis 2013 wurden kreisweit 41 Projekte gefördert, wofür Brüssel insgesamt 37,5 Millionen Euro bereit stellte. Damit sind laut Egoh-Angaben Investitionen in einer Gesamthöhe von 67,5 Millionen Euro ausgelöst worden. Und: Ostholstein hat mit 17,5 Prozent Anteil an der landesweiten EU-Förderung überproportional Mittel abgeschöpft.

Dies sei auch der guten Arbeit der Egoh-Regionalgeschäftsstelle zuzuschreiben, lobte Landrat Sager. Ihre Aufgaben wandern in der neuen Förderperiode jetzt ab an die Investitionsbank und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes, doch mit Torsten Hindenburg und
weiteren Mitarbeitern bleibt EU-Beratungskompetenz in Eutin ansässig.

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