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Ostholsteiner Anzeiger

13. Dezember 2017 | 22:10 Uhr

Plön : Zu Land, zu Wasser und in der Luft

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

5500 Menschen besuchten „Tag der Bundeswehr“ in der Marineunteroffiziersschule in Plön. Vor dem Tor gab es Proteste.

shz.de von
erstellt am 12.Jun.2017 | 13:00 Uhr

Bereits in der ersten Stunde waren rund 2000 Menschen auf das Gelände der Marineunteroffizierschule (MUS) in Plön geströmt. Nach sieben Stunden voller Information und Vorführungen hatten 5500 den „Tag der Bundeswehr“ genutzt, um einmal Bundeswehr zum Anfassen zu erleben. 47 Stationen hatte das 20-köpfige Organisations-Team der MUS seit Oktober vergangenen Jahres vorbereitet - vom Beratungsstand des Jugendoffiziers über Vorführungen von Mensch und Material bis hin zu Gerät des Technischen Hilfswerks und anderer Rettungskräfte, die sich ebenfalls auf dem Gelände präsentierten.

Insbesondere die Nachwuchsgewinnung stand im Fokus des Tages. „Wir wollen die Faszination Bundeswehr zeigen, und es Interessierten ermöglichen, mit den Soldaten hier in Kontakt zu kommen“, sagte Oberleutnant zur See Janina Focke, Presseoffizier der MUS. Davon, sich über die Berufsbilder in Heer, Marine und der Luftwaffe zu informieren, wurde rege Anteil genommen. So war auch Merle Scharnetzki extra aus Kiel nach Plön gekommen, um letzte Fragen zu klären – schließlich wird sie heute an einem Einstellungstest für die Feldwebellaufbahn in Hannover teilnehmen. „Der Tag der Bundeswehr ist klasse zum Einsteigen“, sagte Scharnetzki und ließ sich nicht zweimal bitten, das sieben Kilogramm schwere Marschgepäck eines Soldaten selbst einmal anzulegen. „Ich dachte, das wäre schwerer“, sagte die zierliche junge Frau lachend.

Für den Dienst in der Bundeswehr interessierte sich auch Nils Tobias Witt. Der Rendsburger war bereits Soldat auf Zeit gewesen und möchte nun zurück „zur kämpfenden Truppe“, sagte der junge Familienvater, der mit seinem Sohn Noah (2 1/2) in einem Spähpanzer der Eloka – der Abhörtruppe der Bundeswehr – Platz nahm. Fragen rund um dieses und weitere Fahrzeuge der so genannten Elektronischen Kampfführung (Eloka) aus Stadum (Kreis Nordfriesland) beantwortete unter anderem Feldwebel Manuel F. „Die technischen Daten der Fahrzeuge interessieren die meisten“, sagte der Abhörspezislist, der es ein bisschen bedauerte, dass die eigentlich viel interessanteren Antennenanlagen der Fahrzeuge weniger neugierige Blicke anzogen. „Die Natennentechnik geht leider etwas unter“, sagte Manuel F. – kein Wunder der technischen Daten beispielsweise des Eagle V: Maximal Tempo 110 schafft das gepanzerte, zehn Tonnen schwere Fahrzeug. „Viele vergleichen das mit ihrem Privatwagen“, sagt F. schmunzelnd.

Nach Platzkonzert, Kuttersegeln, Fallschirmabsprüngen und Tauchvorführungen ist – auch Dank des besten Wetters – kein anderes Fazit möglich: Der „Tag der Bundeswehr“ war eine gelungene Veranstaltung, die das gesamte Gelände der MUS vereinnahmte. Der bundesweite Tag fand zum dritten Mal im Schleswig-Holstein statt – und das erste Mal in Plön. „Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein“, sagte Janina Focke. Und wird sicherlich auch wieder von Protesten begleitet sein. Denn vor dem Tor der MUS hielt die Deutsche Friedensgesellschaft eine Mahnwache ab. „Die ,Armee zum Anfassen’ soll in ein harmloses Sportspaßbild gerückt werden, um die Akzeptanz für Krieg und Militärausgaben in der Bevölkerung zu erhöhen“, sagten die Aktivisten, die vor der Kaserne Faltblätter verteilten und zum „Probeliegen im Sarg“ einluden. „Mit einem Sarg symbolisieren wir, dass es bei der Bundeswehr ums Töten geht“, erklärten die Mitglieder der Friedensgesellschaft. Und in der MUS würden die Ausbilder der Soldaten ausgebildet, die in der Bundeswehr „der Tötung, Unterdrückung und Vertreibung von Menschen im Krieg“ dienen würden.

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