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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 17:39 Uhr

Zirkus als „sanftes Abenteuer“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ferienprojekte im Rahmen der Initiative „Kultur macht stark“ gut besucht / Ergebnisse werden heute in der Akademie am See präsentiert

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 16:03 Uhr

Gleich zwei Ferienprojekte im Rahmen der Initiative „Kultur macht stark“, das das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 2013 finanziert, nutzten 36 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 18 Jahren in den vergangenen sechs Tagen in der Akademie am See.

„Wir machen starke Medien“ hieß es für 22 Jungen und zwei Mädchen der Boxsparte im TSV Plön, die überwiegend aus Familien mit Migrationshintergrund und aus insgesamt zehn Nationen kommen. In zwei Gruppen drehten sie mit Begleitung der Medienpädagogen Anita Kammerer und Daniel Wehrend vom Offenen Kanal Schleswig-Holstein in Kiel jeweils einen etwa fünf Minuten langen Kurzfilm. Die Umsetzung, von der Themenidee über das Schreiben der Drehbücher über die Rollenbesetzungen bis zum Filmen der einzelnen Szenen an authentischen Orten und dem Filmschnitt lagen die Aufgaben bei den jungen Teilnehmern.

Eine Gruppe erzählte filmisch die Geschichte eines Migrantenjungen, der durch sein gutes Fußballspielen im Verein beliebt ist. Seine bisher kaum vorhandenen Deutschkenntnisse werden ihm zum Verhängnis, weil ein eifersüchtiger Mitspieler falsch übersetzt und dadurch Probleme entstehen. „Das hat viel Spaß gemacht“, resümiert der 18-jährige Fidan Shala aus dem Kosovo und hätte gern noch viel mehr gemacht.

Einen Boxerfilm drehte das zweite Team. Hierbei ging es um den Aufstieg und Fall eines jungen und aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Boxers, der berühmt werden wollte. Statt dem Versprechen vom großen Geld, wurde er von seinem Promotor und Manager nur ausgenutzt.

Die Ziele der Ferienmaßnahme erläuterte Anita Kammerer: „Das Ziel der kostenlosen Ferienmaßnahme ist eine bessere Medienkompetenz.“ Auf diese weise lernten die Jugendlichen Filme und Reportagen kritisch zu hinterfragen. Außerdem gehe es um inhaltliche Auseinandersetzung von Werten wie Ausgrenzung, Erfolg und Anerkennung, die jeder alltäglich erlebe. Vor allem stünde aber der Spaß und die Teamarbeit im Vordergrund.

Das erlebten auch 12 zirkusbegeisterte Mädchen aus Preetz und Umgebung. Unter der Anleitung der Zirkuspädagogin Elke Westermann übten sie Jonglieren, Einrad und Hochrad fahren, Stelzen laufen, Tellerdrehen, Clownerie und Pyramiden bauen. „Ich habe hier Dinge gelernt, die ich vorher nicht konnte“, ist die elfjährige Marija aus Lilienthal begeistert.

Als ein „sanftes Abenteuer“ bezeichnet Elke Westermann das Ferienprojekt. Denn für die eine oder andere galt es Ängste abzubauen. Dabei lernte das „Zirkusteam“ ein Gruppengefühl zu entwickeln und nonverbal miteinander arbeiten zu können. Außerdem bauten die Mädchen spielerisch Kondition, Koordination, Geschicklichkeit und Wendigkeit auf. „Alle Antennen sind bei der Zirkusarbeit ausgefahren, so dass Körper, Geist und Seele beansprucht werden“, führt Westermann aus. Das Ergebnis des sechstägigen Trainings zeigen die Zirkusakteure heute um 15 Uhr in ihrer Vorstellung in der Akademie am See und laden dazu alle Interessierten ein.



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